Herbstliche Farben! In der oktoberlichen Gemüsepfanne

Garten bedeutet, viele, ungewöhnliche Gemüsesorten parallel parat zu haben.
Wenn man sie anbaut, und falls man regelmäßig Schnecken bekämpft.

Diese unglaubliche Farbkombination ist dabei möglich: Gelber Kürbis (mit essbarer Schale, aber kein Hokkaido) und dazu die Kartoffeln mit Namen „Blauer Schwede“ vom VERN.

Da kommt dann grober Pfeffer und grobes Meersalz drauf, dann siehts so appetitlich aus!

Und ich tue immer dann unbedingt Knoblauch mit rein, wenn Blattgemüse wie Mangold oder Wirsing im Rezept enthalten sind.

Diesmal ist es Wirsing, mit dem ich wenig Erfahrung habe, farblich ist das aber irre!

Ich habe den Wirsing fein geschnitten, ob das richtig war?

Auf jeden Fall kam er Portion für Portion unter das Essen, was vielleicht problematisch ist. Hierüber sieht man, dass die Kartoffeln und der Kürbis schon kross waren. Durch den Wirsing kam Feuchtigkeit in die Pfanne und es entstand mehrfach brauner Bodensatz. Dem begegnete ich durch gelegentliche Wassergabe. Dies nun hatte einen Vorteil und einen Nachteil: Es entstand viel Geschmack, Bodensätze auf Pfannenböden sind Geschmacksbringer, wenn man sie ablöscht! Jedoch wurde das Gesamtergebnis ein wenig pampig, zumindes vom Aussehen her, nicht aber vom Gefühl im Mund:

Hier sieht man das, Wirsing wird schneller gar, als ich erwartete. Man macht es also entweder so wie ich, nur etwas rascher, um den Geschmack zu verbessern. Oder aber man tut allen Wirsing auf einmal in die Pfanne, um alles insgesamt knackiger zu halten.

Auf dem Teller sah es nicht ganz so schön aus, wie erhofft, es schmeckte jedoch wunderbar. Herbstliche Vielfalt und Farben im Mund machen glücklich!

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Eine ungewöhnliche, getiegerte und gerippte Tomate

Auf dem Balkon habe ich eine solch wunderschöne Tomate:

Ist sie nicht ein Traum, ein Gedicht? Das geht auch bis in den Geschmack hinein!

Sie war schon unreif eine wunderschöne Tomate und ich war neugierig, wie sie sich entwickeln würde. Seltsam war aber schon, dass manche Tomaten rund, andere gerippt sind.

Und da bin ich wieder beim Thema der Kreuzungswilligkeit von Tomaten, gerade auf dem Balkon. Nach meinen bisherigen Recherchen gibt es das gar nicht oft. Aber, Reisetomaten kreuzen sich angeblich gerne. Und zudem ist die Kreuzungswahrscheinlichkeit höher, wenn Hummeln bestäuben. Auf dem Balkon habe ich aber fast nur Hummeln. Und ich hatte schon einige Kreuzungen.

Und diesmal weiß ich ja auch, welchen Samen ich eigentlich verwendet habe: Ich habe da eigentlich eine Reisetomate eingesetzt. Dass nun diese bunte Mischung raus kam, setzt daher schon eine Kreuzung letztes Jahr voraus, dass die Reisetomate mit etwas anderem bestäubt wurde. Denn die Reisetomaten von mir sind nicht so bunt!

Die Tomate Vertikal aufgeschnitten sieht dann so aus.

Und horizontal aufgeschnitten so.

Der Geschmack ist ausgezeichnet: Beim Aufschneiden der Tomate kommt einem  bereits ein intensiv-ernster, mitnichten süßlicher, aber aromatischer Geruch entgegen.
Der Geschmack ist sofort würzig-aromatisch nach Tomate, dabei zugleich komplex und vielgestaltig, wie auch höchst ausgewogen. D.h. wie bei einem alten Wein sind alle Aromen miteinander perfekt verwoben. Auch hier gibt es kaum süße, sie spielt nur im Hintergrund, die Säure ist sanft-ausgewogen und klar. Der Abgang ist fast ölig und tatsächlich leicht prickelnd, wie man es bei manchen Olivenölen kennt. Und der Nachgeschmack erinnert stark an Olivenöl.

Ich habe mich eine Weile lang darin versucht, alle Weine, die ich trank, nach einer Weinskala zu verkosten, die Aromen aufzuschreiben und so besser wahrzunehmen. Tatsächlich hat mir das meine Geschmacksfähigkeit sehr erweitert! Ich möchte sehr gerne im kommenden Jahr Tomaten in ähnlich komplex-wissenschaftlicher Weise verkosten und vorstellen. Heute habe ich erstmal gemerkt, wie schwierig das ist, denn die Weinskala kann man nicht ohne weiteres anwenden. Wohl aber Aspekte, wie den Geruch, den ersten Geschmacksreiz sowie den Abgang.
Wohl bekommts!

Schwefelporling zubereiten als Reisgericht

Achtung, Wildpilze darf nur der zubereiten
und essen, der sich über die Bestimmung des
gefundenen Pilzes absolut im Klaren ist!

In meinem Garten, an einem alten Pflaumenbaum-Stumpf, wächst ein Schwefelporling! Ein Nachbar machte mich darauf aufmerksam, dass man den essen könnte, und er sieht ja so schön aus, dass ich das gleich anging!

Ich fand ein Rezept für ein Schwefelporling-Risotto von einem leicht seltsamen Profi hier, und was er mir erzählte, war super überzeugend. Bei mir, da ich keinen Risottoreis hatte, war klar, das wird eine Art Pilz-Reis-Pfanne. Also ans Werk!

Ich habe nur einen männerhandgroßen Pilz für mich alleine verarbeitet, dh. in Streifen geschnitten.
Zwiebeln anbraten, den Pilz bald darauf dazu, Rosmarin und Thymian dazu.

Reis dazu, und zwar so, dass sich Reis und Pilze etwa die Hälfte begegnen, aber doch unbedingt etwas weniger Reis als Pilze.
Mit Weißwein ablöschen, Pfeffer und Salz dazu, ich hatte noch einige getrocknete Parasolpilze, rein damit!
Schließlich, nach nochmal einer Weile, Wasser. Etwa soviel, wie die doppelte Volumenmenge Reis.

10 Minuten mit geschlossenem Deckel köcheln, 5 Minuten ziehen lassen, da ich Basmatireis verwendete. Dann sieht es so aus, wie hierüber, bei meiner Zubereitung blieb das Orange des Pilzes wunderbar erhalten!

Serviert mit Riesling von den Bischöflichen Weingütern in Trier, den Aldi gerade als Sonderverkauf führte.  Mmmmh!

Was ich für meine eigene Zubereitung aus dem Rezept von dem leicht kuriosen Gennaro Contaldo, der irgendwie mit Jamie verbunden ist, gelernt habe: Schwefelporling kann man durch die Aromatisierung insbesondere mit Rosmarien und, bei mir zudem mit Thymian, zu einem aufregenden Geschmack bringen. Die Konsistenz bei mir war präzise, als hätte ich Putenbrust gekocht und der Geschmack, als habe ich sie dezent (!) mit Rosmarien aromatisiert. Contaldo sagt zurecht, der Pilz sauge den Rosmarien auf in der ersten Phase. Denn einige Leute berichten, der Schwefelporling würde manchmal nicht schmecken oder bitter sein, dem kann man durch diese Zubereitung, die die dringend notwendige Erhitzung des Pilzes (sonst giftig) mit seiner empfohlenen Kochphase verbindet, offenbar gut begegnen.

Ein Riesling dazu war klasse, auf Parmesan konnte ich verzichten, stattdessen habe ich satt nochmals ein sehr gutes, nicht erhitzbares Olivenöl zum Servieren drüber gegeben.

Tomaten reifen im Dauer-Regen! / Wann sind Tomaten reif?

Der permanente Regen in Berlin, letzte Woche, hat bei mir zu den ersten Braunfäulefällen bei einer Tomate „Andenhörnchen“ geführt. Sehr ärgerlich, es waren kräftige Früchte!
Andererseits sind kurioserweise im triefenden Regen zwei Reisetomaten ausgereift:

Vorletzte Woche sahen sie noch ganz grün aus.

Dienstag begann das Grün in Orange überzugehen. Das wollte ich schon lange mal sehen.

Mittwoch gibt es schon ein kräftiges Orange – die Regentropfen auf den Tomaten aber zeigen die Umstände!

Donnerstag gab es etwas Sonne, und man sieht, wie anders dann die Farben wirken!

Freitag wieder im Regen nämlich wirkt das rot viel kräftiger.

Aber Samstag war alles klar, und wir aßen die erste sehr aromatische Reisetomate!

Viel schwieriger ist es mit grünen Tomaten. Die „Grüne Zebra“ hierüber ist da relativ unproblematisch, da sie reif wird, wenn die hellgrünen Bereiche gelb und fast Orange geworden sind. Hierüber sieht man das bei der linken Frucht. Natürlich ist auch die Weichheit der Tomate dann ein wichtiges Indiz; bei grünen Tomaten muss man mehrere Indizien zusammennehmen. Dass die Früchte dann ganz leicht vom Stil gehen, wie es Mel von Kistengrün erläutert, das klappt nach meinen Erfahrungen nicht immer. Mir sind kürzlich vollkommen unreife Tomaten beim entfernen eines Blattes in die Hand gefallen, oder umgekehrt, offenbar reife Tomaten wollten einfach nicht vom Stil.

Was aber vollkommen unreif ist, kann dennoch unglaublich schön ausssehen, wie diese „Schwarzen Ananas“!

Und abschließend noch zwei Kartoffelbilder! Hier sind die Erntefreuden nicht minder, schaut, was nach dem Waschen dabei heraus kommt!

Das ist die „Blaue“ Sorte vom VERN („Blauer Schwede (Blue Congo)“).

Tomaten sind wunderbar!

Balkon, Garten, wie soll ich´s sagen? Tomaten sind doch das, was mich am stärksten im Innersten berührt und begeistert.

Heute zum Beipspiel habe ich diese Tomaten gezeichnet, und einige Dinge entdeckt, die man eben nicht sieht, wenn man sie nicht zeichnet oder stundenlang genau anschaut. Wie diese spitzen Blätter über der Frucht, die sich so schön nach oben biegen. Das ist gerade im Zustand, wo alles noch grün ist, schön zu zeichnen.

Aber auch das ERSTE Rot, wer hat es vor mir geschafft? Bei mir auf dem Balkon! sind als erste, wie könnte es anders sein, Johannisbeertomaten reif geworden!

Die nächstgrößere Sorte sind die Reisetomaten, die nun beginnen, leicht gelb zu werden und vielleicht in Bälte reif werden!

Ich bin immer noch etwas perplex, ob das eigentlich gut ist, aber die Alten Tomatensorten von Aldi kommen gar nicht schlecht. Die Andenhörnchen hierüber machen sich gut und sind dekorativ!

Ebenos die schwarze Ananas, die wunderbar urig wächst!

Warum bin ich hin und her gerissen? Da es nicht ganz unproblematisch ist, wenn die großen Discounter im Umfeld der immer noch nicht ganz gebannten Gefahren des Saatgutgesetztes nun seltene Sorten verkaufen, die wenigen, die erlaubt sind, wenn ich mich nicht täusche, und damit so tun, als sei diese Gefahr, die Vielfalt der Tomaten zu zerstören durch die Lobies der Industrie und die Gesetzgeber, etwa nicht so groß. Man tut so, als gäbe es doch genug Vielfalt, nimmt denen, die für diese Vielfalt kämpfen, den Wind aus den Segeln. Das fürchte ich.

Daher war ich umso froher, als sich einer der Pioniere der Tomatenerhaltung, Robert Hoser, an mich wante, der meinen Blog gesehen hatte, und mir anbot, mir Tomatensamen umsonst zu senden. Übrigens, sendet er gegen Rückporto jedem Interessierten Tomatensamen, daher lohnt es sich, auf seine Seite zu schaun. Hierüber sieht man die etwas mehr als 20 Samen, die er mir gesendet hat. Damit bereite ich mich jetzt schon darauf vor, kommendes Jahr einige sehr spannende Sorten zu ziehen!

Superschön sind die Ausgewählten Sorten, ich werde damit zum Profi, wenn ich es bewältigen sollte, denn Robert lässt gar nicht so leicht locker und nun habe ich schon einige Aufträge, was ich vermehren soll, welche Sorten ich vergleichen muss (siehe mittlere Tüte mit Anweisung). Ich habe ihm aber auch gesagt, dass ich nicht weiß, was ich davon schaffe, eine Verpflichtung darf nicht passieren, denn man kann ja immer nur leisten, was man schafft, nicht mehr, wenn man in dies Metier einsteigt, ohne Profi zu sein, und, wenn man gleichzeitig ja einen Beruf auf einem anderen Feld hat.

Denn, die Tomaten, die man sich als Leie erschleißt, und beginnt, für deren Erhaltung zu sorgen, die sind eben doch wichtiger und lieber, als die von Aldi! Das ist für mich zurzeit insbesondere diese grünschwarze Sorte, hier noch im Werden, mit deren Wuchs ich einige Sorge habe, und von der ich diese Woche noch berichten werde. Aber, es macht eben Spaß und ist spannender, als Fremdgezüchtetes!