Schwefelporling zubereiten als Reisgericht

Achtung, Wildpilze darf nur der zubereiten
und essen, der sich über die Bestimmung des
gefundenen Pilzes absolut im Klaren ist!

In meinem Garten, an einem alten Pflaumenbaum-Stumpf, wächst ein Schwefelporling! Ein Nachbar machte mich darauf aufmerksam, dass man den essen könnte, und er sieht ja so schön aus, dass ich das gleich anging!

Ich fand ein Rezept für ein Schwefelporling-Risotto von einem leicht seltsamen Profi hier, und was er mir erzählte, war super überzeugend. Bei mir, da ich keinen Risottoreis hatte, war klar, das wird eine Art Pilz-Reis-Pfanne. Also ans Werk!

Ich habe nur einen männerhandgroßen Pilz für mich alleine verarbeitet, dh. in Streifen geschnitten.
Zwiebeln anbraten, den Pilz bald darauf dazu, Rosmarin und Thymian dazu.

Reis dazu, und zwar so, dass sich Reis und Pilze etwa die Hälfte begegnen, aber doch unbedingt etwas weniger Reis als Pilze.
Mit Weißwein ablöschen, Pfeffer und Salz dazu, ich hatte noch einige getrocknete Parasolpilze, rein damit!
Schließlich, nach nochmal einer Weile, Wasser. Etwa soviel, wie die doppelte Volumenmenge Reis.

10 Minuten mit geschlossenem Deckel köcheln, 5 Minuten ziehen lassen, da ich Basmatireis verwendete. Dann sieht es so aus, wie hierüber, bei meiner Zubereitung blieb das Orange des Pilzes wunderbar erhalten!

Serviert mit Riesling von den Bischöflichen Weingütern in Trier, den Aldi gerade als Sonderverkauf führte.  Mmmmh!

Was ich für meine eigene Zubereitung aus dem Rezept von dem leicht kuriosen Gennaro Contaldo, der irgendwie mit Jamie verbunden ist, gelernt habe: Schwefelporling kann man durch die Aromatisierung insbesondere mit Rosmarien und, bei mir zudem mit Thymian, zu einem aufregenden Geschmack bringen. Die Konsistenz bei mir war präzise, als hätte ich Putenbrust gekocht und der Geschmack, als habe ich sie dezent (!) mit Rosmarien aromatisiert. Contaldo sagt zurecht, der Pilz sauge den Rosmarien auf in der ersten Phase. Denn einige Leute berichten, der Schwefelporling würde manchmal nicht schmecken oder bitter sein, dem kann man durch diese Zubereitung, die die dringend notwendige Erhitzung des Pilzes (sonst giftig) mit seiner empfohlenen Kochphase verbindet, offenbar gut begegnen.

Ein Riesling dazu war klasse, auf Parmesan konnte ich verzichten, stattdessen habe ich satt nochmals ein sehr gutes, nicht erhitzbares Olivenöl zum Servieren drüber gegeben.

Tomaten reifen im Dauer-Regen! / Wann sind Tomaten reif?

Der permanente Regen in Berlin, letzte Woche, hat bei mir zu den ersten Braunfäulefällen bei einer Tomate „Andenhörnchen“ geführt. Sehr ärgerlich, es waren kräftige Früchte!
Andererseits sind kurioserweise im triefenden Regen zwei Reisetomaten ausgereift:

Vorletzte Woche sahen sie noch ganz grün aus.

Dienstag begann das Grün in Orange überzugehen. Das wollte ich schon lange mal sehen.

Mittwoch gibt es schon ein kräftiges Orange – die Regentropfen auf den Tomaten aber zeigen die Umstände!

Donnerstag gab es etwas Sonne, und man sieht, wie anders dann die Farben wirken!

Freitag wieder im Regen nämlich wirkt das rot viel kräftiger.

Aber Samstag war alles klar, und wir aßen die erste sehr aromatische Reisetomate!

Viel schwieriger ist es mit grünen Tomaten. Die „Grüne Zebra“ hierüber ist da relativ unproblematisch, da sie reif wird, wenn die hellgrünen Bereiche gelb und fast Orange geworden sind. Hierüber sieht man das bei der linken Frucht. Natürlich ist auch die Weichheit der Tomate dann ein wichtiges Indiz; bei grünen Tomaten muss man mehrere Indizien zusammennehmen. Dass die Früchte dann ganz leicht vom Stil gehen, wie es Mel von Kistengrün erläutert, das klappt nach meinen Erfahrungen nicht immer. Mir sind kürzlich vollkommen unreife Tomaten beim entfernen eines Blattes in die Hand gefallen, oder umgekehrt, offenbar reife Tomaten wollten einfach nicht vom Stil.

Was aber vollkommen unreif ist, kann dennoch unglaublich schön ausssehen, wie diese „Schwarzen Ananas“!

Und abschließend noch zwei Kartoffelbilder! Hier sind die Erntefreuden nicht minder, schaut, was nach dem Waschen dabei heraus kommt!

Das ist die „Blaue“ Sorte vom VERN („Blauer Schwede (Blue Congo)“).

Tomaten sind wunderbar!

Balkon, Garten, wie soll ich´s sagen? Tomaten sind doch das, was mich am stärksten im Innersten berührt und begeistert.

Heute zum Beipspiel habe ich diese Tomaten gezeichnet, und einige Dinge entdeckt, die man eben nicht sieht, wenn man sie nicht zeichnet oder stundenlang genau anschaut. Wie diese spitzen Blätter über der Frucht, die sich so schön nach oben biegen. Das ist gerade im Zustand, wo alles noch grün ist, schön zu zeichnen.

Aber auch das ERSTE Rot, wer hat es vor mir geschafft? Bei mir auf dem Balkon! sind als erste, wie könnte es anders sein, Johannisbeertomaten reif geworden!

Die nächstgrößere Sorte sind die Reisetomaten, die nun beginnen, leicht gelb zu werden und vielleicht in Bälte reif werden!

Ich bin immer noch etwas perplex, ob das eigentlich gut ist, aber die Alten Tomatensorten von Aldi kommen gar nicht schlecht. Die Andenhörnchen hierüber machen sich gut und sind dekorativ!

Ebenos die schwarze Ananas, die wunderbar urig wächst!

Warum bin ich hin und her gerissen? Da es nicht ganz unproblematisch ist, wenn die großen Discounter im Umfeld der immer noch nicht ganz gebannten Gefahren des Saatgutgesetztes nun seltene Sorten verkaufen, die wenigen, die erlaubt sind, wenn ich mich nicht täusche, und damit so tun, als sei diese Gefahr, die Vielfalt der Tomaten zu zerstören durch die Lobies der Industrie und die Gesetzgeber, etwa nicht so groß. Man tut so, als gäbe es doch genug Vielfalt, nimmt denen, die für diese Vielfalt kämpfen, den Wind aus den Segeln. Das fürchte ich.

Daher war ich umso froher, als sich einer der Pioniere der Tomatenerhaltung, Robert Hoser, an mich wante, der meinen Blog gesehen hatte, und mir anbot, mir Tomatensamen umsonst zu senden. Übrigens, sendet er gegen Rückporto jedem Interessierten Tomatensamen, daher lohnt es sich, auf seine Seite zu schaun. Hierüber sieht man die etwas mehr als 20 Samen, die er mir gesendet hat. Damit bereite ich mich jetzt schon darauf vor, kommendes Jahr einige sehr spannende Sorten zu ziehen!

Superschön sind die Ausgewählten Sorten, ich werde damit zum Profi, wenn ich es bewältigen sollte, denn Robert lässt gar nicht so leicht locker und nun habe ich schon einige Aufträge, was ich vermehren soll, welche Sorten ich vergleichen muss (siehe mittlere Tüte mit Anweisung). Ich habe ihm aber auch gesagt, dass ich nicht weiß, was ich davon schaffe, eine Verpflichtung darf nicht passieren, denn man kann ja immer nur leisten, was man schafft, nicht mehr, wenn man in dies Metier einsteigt, ohne Profi zu sein, und, wenn man gleichzeitig ja einen Beruf auf einem anderen Feld hat.

Denn, die Tomaten, die man sich als Leie erschleißt, und beginnt, für deren Erhaltung zu sorgen, die sind eben doch wichtiger und lieber, als die von Aldi! Das ist für mich zurzeit insbesondere diese grünschwarze Sorte, hier noch im Werden, mit deren Wuchs ich einige Sorge habe, und von der ich diese Woche noch berichten werde. Aber, es macht eben Spaß und ist spannender, als Fremdgezüchtetes!

Das Erich-Stekovics-Experiment – Tomaten nicht gießen, nicht ausgeizen, nicht hochbinden

Ein Kleingarten bietet die echte Chance, langehegte Träume war werden zu lassen. Dazu gehört bei mir, Tomaten auf eine gewissermaßen „natürliche“, „normale“ Art wachsen zu lassen, also nicht mit eintriebiger Zucht, hochbinden, permanentem Gießen, sondern mehrtriebig, ohne gießen, ohne ausgeizen schlicht auf dem Boden kriechend.

Erich Stekovics und auch einige andere Urgesteine der Landwirtschaft haben in den letzten Jahren etwas Furor gemacht, Tomaten einfach im Mai auszupflanzen, einmal zu gießen und sie dann schlicht wachsen zu lassen, bis man beginnt, zu ernten. Mein Vorgarten, hierüber in einem Bild am 23. April, schien für diese Methode ideal: Eine Rasenfläche war im Laufe der letzten Jahre verwildert, eher eine Wiese. Ich mag Rasen (habe die Parzelle ja so übernommen) sowieso nicht so recht, finde, da soll lieber vieles wachsen, auch Nutzgemüse, nicht nur Gras!

Also habe ich Anfang Mai  spatenbreite Löcher ausgehoben, mit wenig Kompost angefüllt und die Tomaten hineingesetzt. Angegossen, fertig. Hierüber eine grüne Zebra von Aldi.

Aldi hat im Frühjahr einige der wenigen „genehmigten“ alten Sorten als Pflanzen. Da es dies Frühjahr mit der Eigenzucht so schwierig war, habe ich ein Paar davon versucht.

Aber auch meine sebstgezogenen Tomaten, die ich seit zwei Jahren erhalte. So standen dann am 10. Mai 18 Tomatenpflänzchen in meinem Vorgarten. Man erkennt ihre Lage an den weißen Schildchen. Ein Meter Abstand voneinander. Damit sie sich richtig ausbreiten können, und falls mal eine krank wird, flieg sie raus; sie steckt aber keine andere an.

Was dabei raus kam, sah schon bald sehr schön aus – hierüber am 19. Juni eine meiner selbst vermehrten Tomaten: Die Wiese wuchs mit den Tomaten, die zwischen den Blumen sich durchaus wohl fühlten. Natürlich musste ich dann doch bald etwas Beikraut entfernen und das Gras zumindest um die Tomaten mähen. Zudem kam etwas Stroh unter die Pflanzen. Auch konnte ich es nicht lassen, bei sehr großer Trockenheit Mitte Mai doch einmal pro Woche etwas zu gießen. Dabei habe ich die Erfahrung gemacht, dass es genügt , nur eine Woche nach dem Einsetzen noch einmal zu gießen: Da die „Referenztomaten“ auf der Rückseite des Grundstücks, die ich regelmäßig goss, später auch nicht mehr wuchsen, als die nur zweimal gegossenen des Experiments, war mehr offenbar überflüssig.

Heute sieht es teilweise so aus, und ich habe das Bild hierüber extra in voller Auflösung eingefügt (bitte anklicken), damit man es sehen kann: Im Hintergrund sieht man das Rosen- und Stockrosen-Beet, das letzte Woche Thema war. Im Mittelgrund sieht man zwei ziemlich große Tomatenbüsche einer Siebenbürgener Reisetomate.

Und hier sieht man nur den linken der beiden Büsche: Da ich nicht ausgeize, wachsen Triebe in alle Richtungen, statt nur nach oben einer, wie es der übliche Kleingärtner macht. Die Pflanze stützt sich selbst am Boden ab. Sie beginnt nun, an vielen Enden Blüten zu entwickeln; einige Tomaten hat sie schon angesetzt. Die Triebe beschatten den Boden gut, sodass er kaum austrocknet, auch an sehr sonnigen Tagen.
Ein Detail der Reisetomate, es sieht nicht viel anders aus, als sonst, tatsächlich aber stehen mehr Triebe nebeneinander als bei einer ausgegeizten Tomate.

Zugegeben, die Reisetomate wächst ideal in der Wuchsform, die man in einem wunderbaren Video einer Visite bei Erich Stekovics sieht. Andere Tomaten wollen mehr in die Höhe. Wie diese hierüber, aber, dreitriebig wächst sie doch! Und es kommen gewiss mehr. Bei diesem Exemplar werde ich nichts machen und einfach beobachten, was passiert. Wird die Tomate knicken, oder sich sanft auf den Boden senken?

Bei den Tomaten auf der Rückseite des Grundstücks gehe ich konventioneller vor. Aber, die Stekovics-Ieen haben mich beeinflusst; Auszugeizen kann ich mir nicht abringen. Mein Gefühl sagt mir, dass Stekovics Recht hat, Ausgeizen erst lässt Krankheiten in die Pflanze ein, durch die großen Wunden, die beim Abbrechen kräftiger Triebe (sprich: beim Ausgeizen) entstehen. Bei dieser Tomate (einer „Schwarzen Ananas“) habe ich drei der konventionellen (hässlichen) Korkenzieher-Tomatenstäbe angewendet, um die kräftigen Haupttriebe gut führen zu können. Solches schlägt Stekovics vor, wenn man nicht auf das vertikale Führen verzichten möchte. Man muss Mut haben, die Argumente für das Ausgeizen zu vergessen, denn natürlich kommen viel mehr als nur drei Triebe.

Aber ich bin auch kein Dogmatiker. Ich habe den Eindruck, dass man jede Tomate beobachten darf, was sie braucht.  Die Tomatenpflanze hierüber, die schwarze Tomaten geben wird und deren Samen ich aus einer in Polen gekauften Tomatenfrucht gewann, wächst von sich aus eintriebig. Nun, die würde wohl eines Tages abknicken, dazu sind mir die Samen zu wertvoll, denn ich habe keine mehr und muss unbedingt dieses Jahr aus zumindest einer der Tomaten Samen gewinnen. Diese Tomaten habe ich mit einem konventionellen (hässlichen) Korkenzieher-Stab nun abgestützt. Nach den unglaublichen Regentagen in Berlin habe ich die Blätter  mit 9%iger Milchlösung eingesprüht, um Braunfäule vorzubeugen und einige Tage später zur Kräftigung mit verdünnter Brennnesseljauche gegossen.

Meine Erfahrungen sind gut (hierüber die Grüne Zebra, die nicht sehr groß ist, aber Früchte hat). Voraussetzung des Erfolges sind  robuste, alte, samenfeste Sorten. Keine Hybride! Da das Jahr schwierig ist, lange kalt, dann trocken, nun feucht, kann ich sagen: Trotz der Widrigkeiten sieht alles schön aus, und es gibt viele Blüten und erste Früchte. Mein Eindruck: Ich konnte es nicht lassen, etwas an den Tomaten rumzufummeln: Doch etwas gießen, doch pflegen, doch mal am Stab. Mir scheint, wenn ich nichts gemacht hätte, sähen die Tomaten ganz genauso gut aus. Außer dem einmaligen erneuten Gießen nach einer Woche, das empfehle ich entgegen Stekovics. Im Übrigen hat er den Punkt getroffen.

Radikaler Rosenschnitt – langfristige Beobachtungen und die Bestätigung

Ich habe ja in einem Beitrag im frühen Frühjahr berichtet, wie ich alte Rosen, die ich lange nicht gepflegt bei der Übernahme des Kleingartens vorgefunden habe, ziemlich radikal geschnitten habe, um sie auch wieder ganz gesund werden zu lassen, denn die alten Hölzer der Rosen hatten Krankheiten.

Nun also mal hereinspatziert in meinen Kleingarten, die alten Rosen haben die schönsten Farben! Und gerade wirken die unglaublich zusammen mit den Stockrosen!

Das ist ja nun echt ein purer Genuss (wer entdeckt die Biene?).

Aber nun zur Sache: Ich hatte im Februar nur die erste Rose zur Straße weniger radikal beschnitten, da ich hoffte, sie würde dadurch höher bleiben.

Pustekuchen! So sieht das nun im Juni aus:  Neues, ganz JUNGES HOLZ ist von unten her weit über die alten Stümpfe hinweg geschossen. Auf dem Bild im Febraur sieht man noch gar nichts von diesen Trieben, die da nun kamen. Die älteren sind kaum gekommen. D.h. die Verjüngung, also der radikale Schnitt bis weit herunter hat sich mehr gelohnt. Das Stehenlassen höherer, älterer Triebe hingegen nicht.

Und hier die beiden, die  im Februar ich bis auf Stümpfe des alten Holzes von etwa 25 cm zurückschnitt.

Und hier wie schön diese beiden heute aussehen. Auch hier sind die Rosen lieber ganz neu von Unten gekommen. Das alles bestätigt, dass ein radikaler Schnitt bis weit nach unten richtig ist, das Belassen höherer alter Stämme nützt nach mehreren Jahren nichts mehr.

So genieße ich jetzt die Kombi mit den Stockrosen, die als nächstes heraus schossen.

Was gibt es sonst im Garten? Monilia und Frost haben diesem Kirschbaum stark zugesetzt. Die Kirschen, die kamen, schmeckten nicht schlecht, aber es sind wenige. Ich überlasse sie den Vögeln, die sie lieben. Ein zweiter Kirschbaum war so krank, dass ich ihn – mit Genehmigung des Vorstandes – entfernte.

Und nun beginnt auch schon das intensive Obst- und Gemüseernten, dass bis in den Herbst nicht mehr aufhören wird. Aber das ist eine andere Geschichte.