Frühling Überfordert – er ist einfach stärker als wir!

Ein nachdenkliches Moment kommt herein, wenn man bemerkt, dass der Frühling anfängt nicht nur zu verblüffen, sondern eine Kraft hat, die die eigene übersteigt!

Der Mensch versucht da mitzuhalten, was ein aussichtsloses Unterfangen ist, denn das, was draußen wächst, übersteigt das, was man drinnen kultuviert bei weiten!

Auf meinen Balkon stehen nun 64 Tomatenpflänzchen, 12 Kürbisse und Zucchini, 100 Kartoffeln beginnen zu keimen. Das meiste davon kommt dann in den Garten.

Was der Mensch macht, ist planen: Was möchte ich ab Spätsommer, Herbst essen? Dafür bereite ich etwas vor, das die Natur nicht von selbst vorsieht. Daher der Versuch, es mit der Natur scheinbar aufzunehmen. In Wirklichkeit versuchen wir das gar nicht, wir verhandeln nur mit der Natur.

„Nimmst Du bitte ein Paar Pflanzen in Deine Obhut? Wir kümmern uns auch noch weiter darum, so ist es ja nicht, aber DU musst sie doch bitte auch wollen!!

Und ob das immer alles so richtig ist? Tomaten und Kapuzinerkresse kommen bei mir auf dem Balkon in einen Topf zusammen. Der Gartenverein „Adorfer Straße“ e.V. meint auf einer interessanten Seite, das passt zusammen.

Auf jeden Fall wächst alles wunderbar, klar ist das entsprechend auch wunderschön. Es ist nur ein Anflug, wenn man sich als Mensch fragt, bin ich in diesem Wunderwerk überflüssig?

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Das WIRD ein gutes Tomatenjahr!

Bisher lief alles klasse!

So schöne gesunde, kräftige, resistente Tomatenpflänzchen habe ich noch nie gehabt. Und das nach gerade mal 23 Tagen in der Erde!

Ich führe es einmal auf den Einfluss der Stekovicse zurück, die mit wenigen, klaren Regeln dem ganzen Tomatenzuchtwahninn des Kleingärtners ein Ende bereiteten. Da ich nun z.B. die Tomaten wirklich erst am 30. März in die Erde tat, haben sie die richtige Wärme und das richtige Licht, um gut zu wachsen.

Dann kommt noch etwas hinzu, dass diese Tomaten dies Jahr von Anfang an die volle Dröhnung Sonne abkonnten. Am Anfang passierte das versehentlich, aber bald merkte ich, dass schon die Kiemblätter jede Sonnendosis liebten.

Daher habe ich das auch so gemacht, sie stehen stehts in der prallen Sonne – ob das so geht, muss aber natürlich jeder für sich sehr vorsichtig erstmal austesten!

Von 24 Tomatensorten sind allerdings sechs nicht gekeimt. Da kam alles mögliche, nur keine Tomaten. Da ich die Samen von sehr unterschiedlichen Quellen hatte, kann ich den Grund nicht recht bestimmen – nur, dass meine selbstpräparierten Samen alle sehr gute keimten.

Die Pflänzchen bekommen nach dem Pikieren ja nochmal so einen richtigen heftigen Wachstumsschub schon innert 24 Stunden, woran liegt das eigentlich? Ich weiß es nicht. Ist aber schön anzuschaun.

Und so hoffe ich dies Jahr, dass die Tomaten bis zum Auspflanzen Mitte Mai wirklich kräftiger sind, als letztes Jahr. Da hatte ich im Februar mit dem Keimen begonnen und es hat den Pflanzen nicht gut getan, so lange rumzustehen. Sie waren nicht viel größer Mitte Mai, als manche von den hier gezeigten nach vier Wochen.
Übrigens habe ich dieses Jahr auch Kapuzinerkresse vorgekeimt, da sie bei mir sonst einfach nicht richtig kam:

Das wird ein gutes Jahr!

Tomaten anziehen, Tomaten keimen lassen: Erfolge, Fragen und Probleme!

Ich lasse zurzeit 25 sehr unterschiedliche, samenfeste Tomatensorten keimen. Das ist viel, und ich bekomme einen Überblick über die unterschiedlichen Weisen, in den Tomaten nun keimen. Alleine aber schon die Vielfalt, die vielen Faktoren, die da mit reinspielen, einen manches Mal nicht genau wissen lassen, was da eigentlich passiert ist, ist frappierend!
Tomaten, in Anlehnung an Irinas Tomaten-Methode gekeimt

Ich möchte dieses Jahr drei Hinweisen und Anforderungen gerecht werden um so meine Erfahrungen, wie man Tomaten am besten aufzieht, zu bereichern:

1, Stekovics sagt, zwischen Aussaht und auspflanzen soll die Tomate nur sechs Wochen verleben. Dem bin ich durch die Aussaht am 30.4. gerecht geworden, die Tomaten könnten also Mitte Mai raus!

2, Irina von Irinas Tomaten sagt, Tomaten im Aussaatgefäß sollten von unten Wasser bekommen, damit die Wurzeln nach unten lang wachsen – und sich gleich daran gewöhnen, dass das Wasser von unten kommt, könnte man ergänzen.

3, Keimerde, was ist die beste? Ich benutze die von Alnatura, da ich da leicht ran komme. Die war aber letztes Jahr nicht so gut, daher habe ich dies Jahr zur Hälfte mit eigenem Kompost gemischt.

Die Samen sind nun also 11 Tage in der Erde. Nach gängiger Regel sollten alle gekeimt sein. Wie sieht es aber nun bei so vielen Tomaten tatsächlich aus? Ich habe Beispiele rausgegriffen:

Hier der Bilderbuchfall: sieben Samen von der Siebenbürgener Reisetomate, eine der kräftigsten und schönsten Tomaten, die ich kenne, sind kräftig und klar herausgekommen. Diese Samen habe ich, wie die meisten der 25 Sorten, im untern verschlossenen und oben mit Folie abgedeckten Plastikbecher keimen lassen. Das erwies sich als zuverlässiger, als das stehen offener Plastiktöpfe in Wasser.

Bei der Siebenbürgener sieht man auch, wie spitze Keimblätter typisch für Tomaten sind. Aber, reicht der Hinweis mit den spitzen Blättern? Hier, bei der von mir im vierten Jahr vermehrten Johannisbeertomate, sieht man oben zwei sehr spirrige, dünne Samenkeimfäden. Sind das Tomaten? Ich glaube es ja nicht, denn unten kommen zwei zwilinghaft gekuppelte und eine kräftige, die noch durch die Samenhülse zusammen gehalten wird. Wahrscheinich sind das eher die Tomaten, aber weiß man´s? Es muss letztlich die Zeit zeigen.

Denn ich habe auch diesen Fall: In diesem Gefäß keimen seit 11 Tagen neun sehr kleine Samen der Sorte Tomate Miel de Mexique. Ist aber irgendeine dieser Keime wirklich eine Tomate? Rechts das sieht wie Vogelmiere aus. Links sieht man einen Fadenförmigen Keim ohne Keimblätter – ein Gras ist das. Dann oben rechts etwas mit rundem Keimblatt, unten was winziges mit rundem Keimblatt. Es hat sich für die Entscheidung, was wirklich Tomatenkeime sind, als sehr ungünstig erwiesen, dass ich Komposterde verwendete, da da eben viele andere Samen mit drin sind, und nun ist es schwierig, zu entscheiden.

Und hier bei der Tomate Schwarzer Mohr ist denke ich oben beim Geldstück ein Tomatenkeim zu sehen. Unten rechts und links, wahrscheinlich keine Tomate. Zwischen den beiden ein winzig kleine Pilz! Die Bewässerung von unten bei offenen Gefäßen ist möglicherweise zu nass, könnte man meinen.

Auf die Dauer entwickelt man ein Gefühl: Hier bei der Black Plum sind drei klare Tomatensamenkeime in Reihe zu sehen. Alles kleine sind keine Tomatensamen. Und das rechts im Hintergrund hat sehr stark glänzende Blätter. Irgendwas spannendes, sicher keine Tomate! Außerdem habe ich mir aufgeschrieben, dass ich nur drei Samen gesät habe. So stimmt alles. Es sind übrigens Black Plum vom VERN.

Die meisten anderen Samen habe ich von Robert Hoser von Lycopin. Hier eine Old Striped German. Zwei Samen habe ich davon ausgesäht, eine kräftige ist offenbar gekommen. Alles andere müssen andere Samen sein!

Schwieriger ist es hier. Ich denke aber, auch euer Auge hat sich nun schon geschult: Links ist offenbar ein Tomatenkeim zu sehen. Es ist die Black Elephant von Robert, von der ich drei Samen ausgesät hatte. Nun, es ist eben nur eine gekommen. Rechts ist Gras mit schon drei Halmen, in der Mitte diverses anderes Zeug, nur links haben wir eine Tomate.

So könnte es im Gesamtüberblick über 25 Tomaten auch mal passieren, dass ich bei einer einzelnen Sorte schließlich feststelle, da ist keine einzige Tomate gekommen. Ich weiß aber aus früherer Erfahrung: Manchmal kommen Keime noch nach 17 Tagen, plötzlich und kräftig. Da muss man abwarten. So mache ich meine Erfahrungen mit einer unglaublichen Menge von Sorten dies Jahr.

Was meine drei Versuchsthemen angeht: Ob ich nicht zu spät mit der Aussaat begann, muss sich noch zeigen, ich kann aber schon sagen, dass es den Tomaten mit mehr Licht und Wärme anscheinend besser geht, als wenn man Ende Februar anfängt. Das Bewässern von Unten ist eher etwas für den Profi, bei mir hat es schlecht geklappt. Und, Komposterde mit anderen Samen für die Tomatenkeimung zu verwenden ist tödlich, nie wieder!

Die Wettervorhersage ist – moderner Aberglaube!

Laut rief mir am Dienstag eine Kollegin hinterher, Ostern würde ja das entsetzlichste Wetter.

Woher sie das wüsste? Na, aus der Wettervorhersage!
Ich fragte sie, zugegeben, etwas stichelnd, ob sie an Wettervorhersagen glaubt?

Für mich ist es eine wunderbare Genugtuung, dass in Berlin Karfreitag und Ostermontag mit strahlendem Sonnenschein aufwarten, am Karfreitag war es sogar richtig warm hier in Berlin. Sonne! Klar, dazwischen war es einen Tag sehr launisch, und mit Schneeregen (Samstag) zeitweise trübe (Sonntag). Doch insgesamt gab´s ein schönwettriges Ostern!

Ich vermute das Wetter des kommenden Tages aus meiner Erfahrung heraus. Da ich auf Wettervorhersagen wenig gebe, trainiere ich die Erfahrung jeden Tag. Meist hat man ein präzises Gefühl, was kommen wird. Klar schaue ich mir gelegentlich, wenn eine spezielle Arbeit ansteht, die Wettervorhersage des kommenden Tages an. Vielleicht liegt das aber nur daran, dass ich in den 1980er Jahren im Fernsehen so oft den Satz „Die Vorhersage für Morgen“ hörte.

Ich halte es für falsch, für einen Aberglauben, die Vorhersage für mehrere Tage oder auch nur die für morgen unumwunden für bare Münze zu nehmen! Leute, die das mit der Gewissheit sagen, was morgen für ein Wetter kommt, irritieren mich. Was morgen kommt, weiß Gott. Und er wird es uns nicht sagen, da Gott nicht mit uns spricht. An die Wettervorhersage zu glauben, nimmt uns von der Natur hinfort, entfremdet uns von ihrer Gegenwart, da wir glauben, sie zu beherrschen, aber nicht mehr auf sie hören. Das man die Wahrscheinlichkeiten der Vorhersage ins Kalkül ziehen muss, würden sogar die sagen, die die Vorhersage machen, denn sie sind in die wissenschaftlichen Grundlagen eingeweiht.

Aber es gibt auch eine psychologische Komponente: Sicher auszusprechen, „Ostern wird schreckliches Wetter kommen“ verknüpft die Zukunft negativ, ohne, dass Notwendigkeit dazu besteht. An die Wettervorhersage zu glauben ist ein wenig, wie, wenn man sich entschließt, von nun an Pessimist zu sein. Daher war ich auch etwas stichelnd bei der Kolleging: Ich wollte mich gerne zur Wehr setzen, gegen dieses Herunterziehen, das in der Aussage liegt. Wenn ich ihr geglaubt hätte, wäre meine Vorfreude auf Ostern doch getrübt gewesen.

Ich glaube auch, aber ich tendiere dazu, an einen guten Wettertrend zu glauben. Z.B. damit es mir nicht passiert, dass ich zu Freunden sage: „Lass uns morgen nicht wandern gehen, denn es soll ja regnen.“ Solche Leute kannte ich früher viele, heute aus irgendeiner glücklichen Fügung, nicht mehr. Es ist der abtörnendste Satz , den ich kenne. Hingegen: „Lass uns wandern gehen! Wie das Wetter wird, werden wir ja sehen, womöglich am morgen abschätzen, und, wenn es regnet und kalt wird, dafür gibt es jeweils spezielle Kleidung“.
Am besten, man glaubt nicht prinzipiell an die Wettervorhersage, sondern nimmt sie vielleicht als grobe Richtungsidee an, aber vertraut mindestens genauso sehr auch auf seine eigenen Sinne. Hmm, Reimt sich auf Sonne:

Balkonzyklen. Drei Jahre dasselbe?

Letzte Woche war mein dreijähriges Balkonblogjubiläum, und damit mein Vierjähriges hinsichtlich der intensiven Balkonnutzung!

Und das bedeutet, bestimmte Dinge widerholen sich immer wieder und werden zur Routine, andere aber, an die man nicht gedacht hat, werden einem plötzlich zur wohlingen Realität.

So sah es aus, als ich am 25.3.2016 den Balkon für den Frühling vorbereitete. Welch schönes Jahr in der Hinsicht. Darüber das erste Bild ist heute, am 27.3.2018 aufgenommen – man sieht, der Frühling ist bei weitem noch nicht so weit, wie voriges und vorvoriges Jahr!
Auch habe ich viel weniger Pflanzen auf dem Balkon, und das nun finde ich schade!

Dafür, so, wie bei Goethes Osterspaziergang, werden Putzdetails wichtiger. Nachdem ich die Reliefkacheln aus alten Öfen in der Spühle gespühlt habe, sehen sie wieder so schön aus und geben die Farben dazu, die die Natur noch nicht herschaffen will!

Diese Jugendstilkachel ist ein bisschen verückt, ein Bisschen kaputt, aber ich mag sie gerne!
Das Aufräumen war diesmal nicht so schlimm wie sonst, und so sieht man kaum einen Unterschied zwischen links, vorher, und rechts, nachher!

Ich hoffe auf baldige regelmäßige Wärme und Licht!

Damit die Klematis endlich anfangen grün auszutreiben, das nämlich macht mir wirklich Sorge, ob sie krank sind? Sonst waren sie schon so weit.

Es ist einfach nicht befriedigend, nur Blüten aus dem Laden blühen zu haben!