Ghislaine de Féligonde auf dem Balkon und in der Pflanzkiste

Kann es wohl eine Rose geben, mit einem schöneren Namen als diesen, „Ghislaine de Feligonde“? Ich gehe davon aus, dass man das so ausspricht: Gisläine dö Feehligohnde“ wobei man ein ganz leichtes e, aber nur eine Hauch davon, am Ende beider Wörter schon spricht. Wie geht man mit so einer wunderbaren Rose nun auf dem Balkon vor? Es ist ein sehr kräftiger Rambler und eine Kletterrose, und der Versandhandel, bei dem ich sie bestellt habe, Schmid Gartenpflanzen, empfiehlt sie dringend nicht für den „Topf/Kübel“. Wieder eine Empfehlung, die ich missachte.

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So sieht sie aus, die Ghislaine de Féligonde, als ich sie von Schmid erhalte. Bin zufrieden! Oben steht die Pflanzkiste von der „Konsum Großbäckerei Berlin“, in die sie soll.

Zunächst, zu welchem Zweck wollte ich die Ghislaine de Féligonde auf dem Balkon? Natürlich wegen der Kombination mit zwei Lila (Clematis viticella Polish Spirit und Negritjanka) und einer weißen Klematis (viticella Alba Luxurians)! Diese drei von Klematis Westphal und schon im frühen Herbst gepflanzt. Die Ghislaine de Féligonde wird eine weiße, gefüllte Blüte haben, die gelegentlich ins rosane, gelegentlich ins gelbe spielt, je nach Alter. (Wie genau, werde ich präzise berichten). Die Kombination mit Klematis wird überall empfohlen, und daher wollte ich die. Sie ist zudem sehr robust, was ich für meinen Balkon unbedingt brauche, und sie duftet. Also ideal!

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Die Kletterrose soll an die Westwand meines Balkons, nach außen hin an den Wandvorsprung (da ist nach dem Bild schon eine dritte vertikale Leiste nach Außen hin anbebracht), wo sie fast den ganzen Tag Sonne hat, nur Spätnachmittags wird es etwas weniger (Bild links, nochmals zur Anschauung). Es besteht eine gewisse Gefahr, dass die Hauswand die Pflanze mal überhitzt und die Blätter verbrennen, wenn das eintritt, muss ich mir was anderes überlegen. Ich würde dann die Rose wohl weiter nach innen (im Bild rechts), an das Pflanzgestell legen, wo von hinten kühle Luft herankommt.
Wie gehe ich also zunächst damit um, dass eine Rose 50-70cm Pflanztiefe haben möchte? Da die Ghislaine de Féligonde eine kräftig wachsende Rose zu sein verspricht, wollte ich diese Anforderungen nicht ignorieren: Gerade eine solche Rose braucht das! Daher habe ich mir folgenden Trick überlegt: In meine Pflanzkiste mit 40 cm Tiefe stecke ich einen Topf mit 30cm Tiefe hinein, dessen Boden herausgeschlagen wird. Dort lasse ich die Rose drin wachsen, sodass sie insgesamt 70 cm Tiefe hat. So mein Ideal – ganz hat es nicht geklappt, aber 63 cm Pflanztiefe hatte ich am Schluss. Und so geht’s:

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Ein Topf mit den Maßen 27 cm Innendurchmesser und etwa 31 cm tief drehe ich um, lagere ihn auf einem alten Sweat-Shirt um die Bearbeitung abzufedern, und beginne. Um die Entfernung vom Boden ohne die Zerstörung des ganzen Gefäßes zu bewerkstelligen, nehme ich einen Fasenprüfer, der wunderbar scharfe Kanten hat. Ich ritze von außen her vier Furchen in den Boden. Das dient dazu, dass, wenn bei den folgenden Arbeiten Spannungen im Boden entstehen, diese möglichst entlang der vorgeritzten Linien aufbrechen. Man muss sich halt klar machen, dass, solange der Boden drin ist, der Topf insgesamt eine sehr steife Konstruktion bildet, und, wenn man da anfängt zu hämmern, dann kann leicht mehr kaputt gehen, als man möchte.

IMG_4336Dann habe ich entlang der geritzten Linien von Innen nach Außen mit dem Fasenpüfer wie mit einem Beitel oder Meißel in den Ton eingeschlagen. Das ging noch viel besser als gehofft. Also, Fasenprüfer ist für solche Arbeiten absolut ideal!

Dann beginnt das schon langsam einzufallen, und den Rest habe ich mit dem Hammer eingeschlagen.

Da man 7.50 Euro für den Topf nach wie vor nicht riskieren möchte, habe ich zum Schluss die letzten Teile mit der Rohrzange stückweise ausgebrochen, vorsichtig, und in kleinen Portionen, wobei man die Tonbereiche mehr herausquetscht mit dem Druck der Rohrzange, als ihn zu brechen! Und dann habe ich einen Top ohne Boden:

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Die Pflanzkiste, in die das soll, hat die Maße: 43 tief, 38×50 Grundfläche:

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Also, kommt der Topf erstmal zur Probe rein. 70 cm gaukelt mir der Zollstock vor, denn ich, mea culpa, aber eben auch auf dem Boden abgestellt hatte, die Pflanzkiste geht natürlich nicht bis zum Boden!

Aber, lustig weiter, ich habe die Krokusse und eine Tulpe in dem Bereich umgepflanzt, und nun schon etwas von so einer Spezial-Rosenerde rein getan.

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Ob diese Rosenerde was taugt? „Cuxin Aktiv Erde, Rosenerde“, wobei die Abkürzung „DCM“  „Deutsche Cuxin Marketing GmbH“ heißt, also eine Firma, die sich mit dem Marketing der Erde beschäftigt. Schon das seltsam, erinnert an „Red Bull“, das ja nicht von einer Getränkefirma, sondern von einer Firma verkauft wird, die sich nur mit der Vermarktung an sich beschäftigt, also damit, aus einem Artikel eine Marke zu machen. Die „Aktiv-Erde“ war sehr teuer, über 12 Euro. Da sind alle Nährstoffe, sogar Mykorrhiza und Kokos-Fasern drin für die Wasserverteilung. Mir kommt das so vor, als hätte jemand versucht, eine stinkteure Rosenerde zu machen, die alles bietet, was man sich vorstellen kann, was sich sicher toll anhört, aber OB das toll ist, also von der Rose wirklich angenommen werden kann, oder nicht für die Katz, das weiß keiner. Aber, ich bin ja drauf rein gefallen, habe sie gekauft, vielleicht klappt´s ja, und dann würde ich mich ja auch sehr freuen. Die Hoffnung macht’s. Dazu mische ich einen traumhaften Kompost meines Vaters aus Hamburg, so müsste es doch klappen. Als ich die gut austarierte Versenktiefe des Topfes habe, ist die realistische Wurzeltiefe für die Ghislaine de Feligonde 63 cm.

Das scheint mir OK!!! Den Topf habe ich etwa 6cm versenkt, denn: Rosen und Klematis vertragen sich vom Prinzip gut nebeneinander, denn die Rose ist Tiefwurzler, die Klematis Flachwurzler! Ich stelle mir aber vor, dass die Klematis die Rose auch einengen könnte mit ihren Wurzeln, daher finde ich es gut, wenn der Topf auf der Oberfläche die Klematiswurzeln etwas hinfort hält. Daher habe ich ihn etwas tiefer eingegraben!IMG_4351

Und so sieht das dann aus, nachdem alles fertig ist. Neben dem unten offenen und mit der Erde der Pflanzkiste verbundenen Topf für die Ghislaine de Féligonde steht dahinter in der Ecke passgenau nun wieder einer mit einem weißen Flieder. Dieser Topf (mit dem Flieder) ist nach unten nicht offen, er steht auf einem Teller auf der Ecke der Pflanzkiste und lehnt an der Wand. Denn die Pflanzkiste hat einen guten Abstand von etwa 7 cm von der Wand, damit das luftig ist, und möglichst wenig Schnecken oder Ameisen das als Idealquartier für sich entdecken (falls sie es doch tun, bin ich nicht sicher, ob ich den Krieg erklärte, oder es nicht doch hinnähme, denn ich finde, die haben auch ihr Recht, daher versuche ich die Situation so gut es geht vorzubeugen). Unten auf dem Boden, der falsch herum gelegte Blumentopfuntersatz diente übrigens dazu, dass ich den Zollstock so aufstellen konnte, dass ich das Realmaß hatte.

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Am kommende Morgen nun sieht die Ghislaine de Féligonde so aus: Das wunderbar geschulte Exemplar von Schmid hat vier kräftige, vor-vorjährige Zweige, aus denen insgesamt 11, jeweils fas 20cm lange vorjährige, sehr lebendige Triebe herauskommen. Mir schien das etwas zu viel für das erste Jahr; nach Rückfrage bei Schmid zeigt man sich unentschieden: ich könnte schneiden, könnt es aber auch so lassen, und auf Rückfrage empfehlen sie mir, es so zu lassen. Ich überlege also lange, und entscheide nach Rücksprache mit meinem rosenliebenden Vater: schneiden!!! Auf dem nächsten Bild habe ich alles, was ich an Längerem abgeschnitten habe, liegen lassen, damit man eine Vorstellung hat. Ich habe zunächst weniger Kräftige entfernt. Dann schien es mir sinnvoll, pro vor-vorjährigem Trieb höchstens drei vorjährige Triebe zu belassen. Und dann hatte ich rechts zwei stärkere Triebe, die sich sehr eng berührten, sodass ich fand, einer muss weg, um Luft zu haben! So sind schließlich sieben von 11 geblieben (siehe unten). Das schien mir richtig. Denn 11 sind für einen Balkon einfach zu viel, während 7, die vielleicht sogar etwas länger werden, als für das erste Jahr zu hoffen ist, sehr, sehr viel Freue machen können.

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5 Gedanken zu “Ghislaine de Féligonde auf dem Balkon und in der Pflanzkiste

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