Selbstgebaute Klettergerüste / Rankhilfen auf dem Balkon

Klettergerüste haben auf dem Balkon den Vorteil, dass man quasi jede undurchfensterte Wandfläche damit bedecken kann, und so viele kletternde Pflanzen daran befestigen wird, sogar Spalierpflanzen.
An solche Gerüste wird man auf dem Balkon folgende Ansprüche stellen: Sie sollen mit möglichst wenigen Bohrungen im Mauerwerk auskommen, da man die als Mieter später selbst wieder zuspachteln und überstreichen muss, sie sollen stabil, aber doch leicht sein. Schnell fixiert, möchte man sie eventuell noch verändern und unkompliziert wieder abbauen.

Ich persönlich schätze es, wenn Klettergerüste, aus natürlichen Materialien gebaut, doch eine gewisse Unkompliziertheit nicht nur ermöglichen, sondern auch ausstrahlen, eine Leichtigkeit im Lebensgefühl. Also, edel und einfach, etwas originell auch, das Gegenteil von einem im Baumarkt gekauften Rautenmuster-Klettergerüst oder aber einem einfachen und daher nur unschönen Drahtgestell. Klettergerüst für Klematis und Rosen

Für Klematis verschiedener Farben, Zaunwinden und womöglich auch Ramblerrosen (Ghislaine de Féligonde) habe ich ein Klettergerüst aus Vierkantstäben 1 x 2,5 cm, in Buche, gebaut. Die Vertikalen sind zum Mauerwerk hin verschraubt, viermal auf ihrer Länge bei den Leisten zur Außenseite des Balkons hin, dort, wo der Wind sie angreifen könnte und zudem die Rose wachsen soll. Dreimal verschraubt sind die Leisten nach innen hin, wo alles unkomplizierter ist. Unten sind die Stäbe zweimal mit einem horizontal an der Balkonlaibung angebrachten Brett verschraubt (es ist ein Brett der Schutzverbretterung gegen von der Brüstung herunterfallende Blumentöpfe). So habe ich schon zwei Schrauben im Mauerwerk gespart.

Verschraubung Kletterhilfe an vorhandenem Brett

Das hier horizontal verlaufende Brett der Blumentopfabsturzsicherung ist mit zwei starken, 10 cm langen Schrauben (erkennbar an der Unterlegescheibe) tief im Mauerwerkt verankert, das war notwendig. Nun aber habe ich die vertikalen Leisten der Rankhilfe mit zwei Schrauben in einem Abstand von 5 cm voneinander an dieses Brett angeschraubt, damit ich eine Grundstabilität habe, ohne erneut in die Wand bohren zu müssen. Die rechte der beiden Leisten sitzt zudem vor einer der derben Schrauben, verdeckt sie so optisch.

Bei der mittleren der drei vertikalen Leisten konnte ich eine weitere Schraube einsparen, da dort ein sehr altes und originell gebogenes Wäscheleinen-Halteeisen fest im Mauerwerk verankert ist. Antiker Wäscheleinenhalter als Befestigung RankhilfeBefestigung Klettergerüst an WandDa habe ich die Leiste einfach angebändselt. Die übrigen Verschraubungen, in regelmäßigem Abstand auf der Länge der Leiste verteilt, müssen einen Abstand der Leiste vom Mauerwerk gewährleisten. Daher habe ich an diesen Stellen ein auf Maß zugesägtes Aluminium-Röhrchen zwischen Leiste und Wand auf die Schraube aufgesteckt. Dies Röhrchen dient als Abstandhalter, der den Andruck der Schraube auf die Leiste ans Mauerwerk weiter gibt.

Die horizontalen Verbinderleisten sind folgendermaßen eingefügt: An die Vertikalen habe ich paarweise zwei L-förmige Schrauben an den beiden Schmalseiten, nach innen hin, angebracht. Die horizontalen Leisten sollen mit passenden Bohrungen dann auf diese L-Eisen aufgesteckt werden. Klettergerüst veränderbare Holzverbindung Dazu habe ich Stäbe in Länge des lichten Abstandes zwischen zwei Vertikalen zugeschnitten und sie dann, nur wenig über ihrer endgültigen Position, über die L-Förmigen Schrauben gehalten und etwas in deren Ende hineingedrückt. So zeichnete sich als Abdruck die genaue Position ab, wo ich dann Löcher mit dem exakten Durchmesser der L-Eisen gebohrt habe. Dann kann man die Leisten auf die L-Eisen aufstecken, von oben. Wenn man das mit einer Rohrzange noch etwas andrückt, ist es recht stabil; ich bin mir nur nicht sicher, ob auf dem Balkon auch mal der Wind da drunter greifen könnte, und die Leisten mitsamt der Rankpflanzen abhebt. Ideal wäre es, in die Vertikalleisten direkt über den Horizontalleisten ein Nägelchen zu setzen oder eine Bohrung vorzusehen, in die man einen Stift einsetzt, sobald die Horizontalleiste auf das etwas tiefer liegende L-Eisen aufgesteckt wurde. Fixierung Klettergerüst, Stab Sylvesterrakete

Die weiteren, vertikalen Verbindungen nehme ich mit am 1. Januar in aller früh gesammelten, besonders schönen Stäben von Sylvesterrakten vor. Dazu bohre ich die Stäbe an ihren Enden an, und drehe L-Eisen so weit ein, dass der Abstand zwischen dem Holz und dem Schraubenende genau so viel ist, wie die Tiefe der Vierkantstäbe des Klettergerüstes. Diese Stäbe kann man dann schnell an das Klettergerüst anhängen: Klettergerüst, Befesigung Sylvesterraktenensab an Gerüst Möchte man damit mehrere „Sprossen“ des Klettergerüstes verbinden, hängt man den Sylvesterstab oben ein, und fixiert ihn zudem an der darunter nächstgelegenen Sprosse mit einem Bindfaden. Oder, man lässt es an der unterste Sprosse nach unten abhängen und verbindet das untere Ende mit einem in einer Pflanzkiste oder einem Blumentopf steckenden Stab ebenfalls vermittels eines Bindfadens: Sylvesterraketenstäbe als Kletterhilfen Verbidung

Die Stabilität des Ganzen kann man, je nach Windsituation und erwarteter Belastung, erhöhen durch mehr Fixierungen am Mauerwerk und / oder durch solidere Eckverbindungen, etwa durch feste Schrauben an den Holzverbindungen. Querverbindungen kann man vereinfachen, indem man Packetband nimmt. Der gewählte, relativ große Querschnitt der Leisten hat sich bei mir mit Klematis bereits bewährt, die können ihn gut umfassen und sich wirklich festhalten. Generell gilt es, einfach und der Situation angemessen zu konstruieren, und, irgendwie auch Sparsamkeit walten zu lassen – Sparsamkeit an Bohrungen und auch Sparsamkeit an Material, indem man Stöckchen, Bambusstäbe, Zweige, Raketenstäbe oder was man auch immer findet, in schöner Weise einfügt. Bringt man das in die richtige Materialzusammenstellung und beachtet eine klare Proportionierung, dann sieht es sehr gut aus, auch, wenn man Materialien recycelt hat.

PS: Die Tulpe, die letzte Woche noch rein weiß und Grün erschien, entpuppt sich nun als eine wunderschöne Tulpe „Happy Generation“ in Rot weiß: Rembrandt-Tulpe Happy Generation Rot Weiß getiegerte

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