Tomatensamen Vergären und Gewinnen. Methodenvielfalt und meine Entscheidung für den Richtigen weg.

Es ist für mich ein kleines Wunder, wie unterschiedlich die Methoden sind, wenn man anständig Saatgut von Tomaten gewinnen möchte. IMG_6524 Kopie

Ich habe nach langem Suchen hier eine Methode beschrieben gefunden, die meiner recht nahe kommt.

Mir scheint es mit der Methodenvielfalt so zu sein: Viele Wege führen nach Rom! Offensichtlich erreichen Kleingärtner mit unmittelbarem und schlichtem Trocknen von ausgeschabten, frischen Tomatensamen vollkommen befriedigende Ergebnisse.

Muss man also das etwas eklige Vergären machen? Überzeugt hat mich, dass der BUND sagt, wenn man samenfeste Samen gewinnen möchte, dann geht es auch darum, diese Samen wirklich länger lagern zu können. (Quelle). Man kann sie verschenken, versenden, und so aktiv, wie eine Biene den Pollen, die Tomatenvielfalt verteilen und so erhalten. Ich glaube auch daran, was manche Gärtner berichten, vergärte Samen keimen und wachsen erheblich besser. Ist doch logisch, wenn die Keimhemmenden Substanzen weg sind.

Ich glaube, dass das Ziehen samenfester Tomaten (bei denen also jede Generation dieselbe Tomate heraus kommt) für unsere Biodiversität zurzeit besondere Bedeutung hat, daher habe ich mir nun folgende Methode zusammen gebastelt:Orange Tomaten Samenkammmern

Ich schneide die Tomate längs auf, nicht quer, und hole die Samen mit der Spitze vorsichtig aus den Kammern mit einem Messer, so wie er hier das macht.

Dabei kann man aber eines wohl besser machen: Man kann ein Holzstäbchen für das Rausquetschen nehmen, denn eventuell verletzt man sonst Samen.

Dann vergärt man das mit noch einem Schuss Wasser im abgedeckten Glas zwei bis vier Tage. Bei mir war es anfangs kalt, da hat es fünf oder sechs Tage gedauert. Das schadet aber anscheinend nichts!!!

Dann wird das im Normalfall schön eklig, und gerade an diesem Punkt gefallen mir die meisten Anleitungen nicht. Soll man das bis zum Schimmel treiben? Ja, manchmal gehört das dazu, dann ist es auch normal, man hebt den dann einfach heraus, meist aber, wenn man immer mal schaut, entsteht kein Schimmel. Soll man die Masse, wenn vergoren, durch ein Sieb streichen oder waschen? Nein! Wenn die Masse sicher vergoren ist (dafür eine Fingerprobe machen, den Samen also zwischen den Fingern reiben und schauen, ob der Gallert ganz ab ist),  dann macht man es so:Tomatensamengewinnung Gärung

Man kann, wenn die Vergärung schon etwas weiter ist (was durchaus stinkt, das gehört dazu!), das Glas mit Wasser auffüllen (siehe hierüber), kräftig durchrühren mit einem weichkantigen Löffel, und dann setzen sich die Samen im Idealfall schon total schön nach unten ab! Oder man muss noch etwas weiter vergären, wie ich es nach dem Photo hierüber musste.
Tomaten Paradeiser Vergären Zwischenstufe

Das Wasser darüber gießt man immer mal wieder ab, wenn dabei einzelne Samen, die eigentlich schon keine Gallerte mehr haben, nach oben kommen, gieße ich sie mit ab in der Annahme, dass sie dann auch nicht mehr so gut sind. Und man wiederholt das, eventuell lässt man auch noch mal ein oder zwei Tage gären, warum nicht?
Tomatensamen gewinnen Auswaschen klares Wasser

Dann hat man aber zum Schluss wirklich vollkommen klares Wasser und saubere Samen. Erst diese Lösung gießt man durch ein feines Sieb.

Das ist doch einfach eine schöne Sache, und sie lässt einen nicht zu sehr im Ekel versacken, denn, Tomaten sind etwas so schönes, man möchte sie doch nicht irgendwo in unschöner Erinnerung haben.
Samengewinnung Beschriften wichtig

Dann streicht man die Samen auf Zeitungspapier. Denn, wenn der BUND sagt, das die Samenhärchen etwa bei Küchenrolle verhaken/verkleben, dann wird das schon stimmen, und Zeitungspapier hat doch jeder.a Paradeiser Samen Trocknen Tomaten

Schön auf irgendetwas oben offenes legen, dass von unten und oben Luft dran kommt, das trocknet dann total schnell. Nach allem was ich weiß, soll man aber schon mehrere Wochen trocknen, und das dann auf jeden Fall immer noch luftig lagern.

Die Beschriftung der Blätter scheint mir sehr wichtig, da muss man sich disziplinaren: Datum, Kaufort, Tomatenname oder eine knappe Beschreibung der Tomate.Saatgutgewinnung Tomaten Paradeiser

Warum gibt es also so viele Methoden? Ich denke, da man auch mit den Einfacheren zum Ziel kommt. Das ist kein Problem. Jeder bildet sich ein, seine Methode sei absolut perfekt, da er gute Erfahrungen hat, und die hat er, weil es eben meist sowieso gut geht. Ich glaube nach längerer Lektüre, dass die hier gewählte Methode die beste ist, da sie dem Anspruch des Erhaltens von Sorten genügt. Aber, es geht auch anders. Der BUND sagt es vollkommen unaufgeregt: „Die häufig praktizierte Samengewinnung ohne Vergärung sollte nur bei ganz kleinen Portionen für den Eigenbedarf angewandt werden. Die so gewonnen Samen sind aus den genannten Gründen meist schlechter keimfähig und kürzer haltbar.“ (Quelle oben).

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5 Gedanken zu “Tomatensamen Vergären und Gewinnen. Methodenvielfalt und meine Entscheidung für den Richtigen weg.

  1. Danke Dir! Ja, ich sage zu den Fans der Tomate lieber „Tomatiere“, klingt viel edler, als TJ!
    Hauptsache ist mir aber, dass Du mit der Form der Samengewinnung zufrieden bist. Dann mache ich so weiter.
    Herzlich Giorgio.

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