Hibiskus im Winter – Überwinterung, Schnitt und Ansprüche alter Hibisken

Mein ältester Hibiskus ist gut 22 Jahre alt. Er zeigt seit etwa zehn Jahren gewisse Alterungserscheinungen, was wahrscheinlich an dem Zweig liegt, aus dem er gezogen wurde, also genetisch bedingt ist. Normalerweise ist ein Hibiskus so ja noch nicht alt!

Das rotblühende Exemplar reagiert z.B. inzwichen sehr empfindlich auf die Überwinterung in geheizten Räumen. Selbst, wenn er keine Läuse bekommt, fallen die Blätter in dieser Situation komplett ab. Das ist mir die letzten beiden Jahre passiert!
alter Hibiskus falsche überwinterung
So sah er am 15. April letzten Jahres aus, und erst im Juni kamen sehr langsam wieder Blätter – eine Qual für Pflanze und Halter! Daher habe ich dieses Jahr Platz zur Überwinterung für ihn in einer kaum geheizten Abstellkammer geschaffen. Bei maximal 8 grad Celsius ging es ihm dann wirklich gut!
Alter Hibiskus überwintert
So sieht er aus. Mäßig habe ich ihn dies Jahr geschnitten, man sieht auf dem Bild, dass nur Spitzen gekappt sind, sodass die Krone auch in Form kommt. Ein jüngerer Hibiskus hingegen, vor etwa 7 Jahren gekauft und rosa blühend, hat mit Heizungsluft überhaupt kein Problem. An diesem Exemplar kann ich schön zeigen, wie ich Hibisken langfristig auf Bäumchenform trimme:
Vor dem Schnitt, Hibiskus Rosa
Er sah im Herbst so aus, wie hierüber. Es ging ihm gut. Ich schneide jedes zweite Jahr radikal, jedes erste mäßig. Der junge ist in dem Jahr, in dem er radikal geschnitten wurde:
Hibiskus krone
So sieht er einen Monat nach dem Schneiden aus. Ich kappe die Zweige auf  5 bis 10 cm zurück, und lasse das Exemplar so vollkommen frisch wieder ausschlagen. Man sieht, wie schön die Blätter nun werden. Hieke schreibt übrigens: „ältere, in ihrer Blühwilligkeit nachlassende Exemplare“ könnten auch deutlich zurückgeschnitten werden. Aus dem jungen Holz kämen dann mehr Blüten. Dies habe ich bei meinem 25-Jährigen vor ein Paar Jahren mit gutem Erfolg gemacht.
Da er sonst tatsächlich nur mäßig blüht, werde ich Frühjahr 2017 wieder radikal an dem alten schneiden, nachdem er endlich mal wieder einen Sommer ohne Neuaustrieb der Blätter glücklich erlebt hat.

Wie zieht man selbst eine Bäumchenform aus einem selbstgezogenen Hibiskus? Bei mir wuchs das etwa 1993 von jemand geschenkt bekommene Exemplar so gerade nach oben, dass es ein Wunder war (ich habe das immer darauf zurück geführt, dass er auf einer Box stand, und ich damals immer Techno gehört habe). Mir sagte dann jemand, man müsse ihn auf der Höhe, auf der man eine Krone haben wolle, irgendwann kappen. Sollte ihn vorher aber auch etwas höher wachsen lassen. Das hat geklappt. Es kommen dann mehrere Seitentriebe, die man, wie beschrieben, alle zwei Jahre radikal, jedes erste Jahr mäßig schneidet.
Wenn man nicht so viel Glück hat, wie ich, ist es doch essenziell, darauf zu achten, dass ein Trieb konstant und ziemlich lang ein die Höhe gezogen wird. Alle anderen Triebe ausser diesem müssen zurückgeschnitten  und schließlich entfernt werden. Falls das einfach nicht klappt, die Triebe immer in die Horizontale wollen oder sich konstant verzweigen, dann ist das kein Exemplar für einen Hochstamm! Dann muss man etwas anderes damit machen.

Der alte Hibiskus ist meine älteste Pflanze, er stammt aus einer Zeit, wo ich noch wenig mit Pflanzen am Hut hatte. Dass er meine Gleichgültigkeit gleichmütig hinnahm, konstant wuchs und mich schließlich mit vielen Blüten belohnte, hat  mich langfristig sehr für ihn eingenommen! Ich denke, damit hat er mich durchaus mit zum Pflanzenliebhaber erzogen!

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