Wicken (Vicia) selbst sähen und anziehen – Tips

Wicken selbst anzuziehen bedarf es eigentlich nicht viel, man muss nur wissen, dass Wicken seltsamerweise keine Keimblätter (Kotyledone) haben. Und man sollte auch wissen, dass man sie (natürlich nicht draußen, sondern drinnen) schon sehr früh ziehen kann, schon im Januar, und, wenn man dann idealerweise auch noch im Februar und März andere vorzieht, dann kann man die Blütezeit später erheblich verlängern, da einige Wicken nicht sehr lang blühen.

Soviel vorweg. Weshalb ich diesen Eintrag schreibe ist, dass einige Dinge im Netz nicht erläutert werden, die man doch gerne wissen möchte, wenn man erstmals Wicken anzieht. Das ist das alte Problem „Selbstverständliches“ wird manchmal nicht erläutert, und dann steht man da.
Vorgezogene Wicken Vicia
Eine sehr gut verständliche, knappe Anleitung, wie man Wicken vorzieht, steht HIER. Aber alles, was dort nicht vorkommt, und was man wissen müsste, ergänze ich heute hier.

Etwa, typischerweise ist dort ein Bild einer voll erblühten Wicke zu sehen – das nützt reichlich wenig, wenn man selber Wicken noch im Winter, Januar, Februar aussäht! Daher hierüber erstmal ein Bild, wie schön das aussehen kann, noch im Winter so frisches Grün!!! Diese Wicken habe ich so angezogen: Chaotisch fast zwanzig 24 Stunden eingeweichte Wickensamen in einen kleinen Topf mit 8 cm Durchmesser geworfen, als die Erde noch gut 4cm unter Topfoberkante war. Verteilt, und zwei Zentimeter Erde drauf. Gut angegossen, und unter eine Weinkiste bei etwa 18 grad Celsius, sind sie nach 5 Tagen schon gekeimt. Nachdem sie raus kamen, in einen Raum mit etwa 10 Grad und Licht getan, dann hatte ich nach 7 Tagen das Ergebnis, das hierüber zu sehen ist. Schön gewachsen.

In einem zweiten Topf habe ich es genau nach der genannten Anleitung gemacht – mit gutem Abstand dazwischen in Löcher getan, nur wenige eingeweichte Samen im Topf.  Das sah dann aber nicht so gut aus:
Wicken Geiltrieb Geilkeimling
Es entstand ein einziger, sehr langer trieb, die andren kamen nicht. Ich weiß nicht genau, weshalb. Ich nehme einfach an: Die Großzügigkeit, nur 8 Samen in einen Topf zu tun, kann sich jemand mit Garten leisten. Nachteil: Manche Samen keimen ja eh nicht. 20 oder mehr Samen erhöhen einfach die Chance auf eine gute Menge, die dann auch angeht. Nun, nach gut 3 Blättern war höchste Zeit zum Vereinzeln der Keimlinge.
Vicia Wicken gekeimt Keimlinge Zöglinge
So sieht das dann aus, aus dem Topf herausgeholt. Oben links ist schon ein Regenwurm, und im übrigen Sieht man, dass sich anständige kleine Wurzeln gebildet haben. Erst habe ich die Erde noch leicht gelockert. Ich nahm die Keimlinge dann an den grünen Teilen nahe der Erde zwischen die Finger, und konnte sie, während ich leicht die Erde zusätzlich zerbröselte, einfach herausziehen, ohne die Wurzeln zu zerstören. Da muss man sehr drauf achten, ob die Erde für solches locker genug ist.
Wicken Vicia zusammengewachsene Keimlinge
SO kann es mal aussehen, daran sieht man:
1, warum man nun vereinzeln muss: Zwei Pflänzchen sind hier mit den Wurzeln fast ineinander gewachsen! aber,
2, das ist nun auch immer noch unproblematisch zu trennen. Daher mein Tip, es ist kein Problem viele Samen in einem Topf zu ziehen, in einem mit 8 cm Durchmesser gerne 25 Samen. Aber, nicht zu lange zögern mit dem Vereinzeln!
Wicken nach dem Vereinzeln
In einen Topf mit 25 cm Durchmesser habe ich nur zu Hälfte Erde getan, und dann  5 Pflänzchen vorsichtig in kleine, schnell mit der Hand gemachte Grübchen hineingedrückt. Solche Keimlinge haben nämlich immer so sehr lange Hälse.
Wicken großer Topf mit Setzlingen
Daher habe ich die Erde noch einmal aufgefüllt, damit sie nun noch etwas besser stehen. So sah das nach dem Angießen dann aus. Oben habe ich noch einige nicht so vielversprechende Keimlinge rein getan, vielleicht wird es aber doch noch etwas mit ihnen. Über das Fortschreiten und insbesondere das Entspitzen habe ich unten eine Woche später einen Abschnitt geschrieben. Nun aber erstmal zu noch einem speziellen Fall beim Vereinzlen / Umtopfen:
Wicken Keimling retten!
So, wie hierüber, habe ich den furchtbar langen Trieb versucht zu retten: Die Wurzel in 4 cm Erde auf dem Boden eines 8cm-Durchmesseer-Topfes getan, dann den langen Hals spiralförmig in den Topf gedrückt, und Erde drauf.
Wicke gerettet
SO hoffe ich, das der noch was wird und vielleicht an dem langen Stück noch Wurzeln kriegt. Ob das klappt? Keine Ahnung. Kann hier jemand in den Kommentaren was dazu sagen? Vorbild für diese Idee sind Tomaten, da macht man das so, und es entstehen Wurzeln an den versenkten Teilen des Stils.
Schließlich habe ich in einem weiteren, kleinen 8-cm-Durchmesser-Topf nur drei Wicken, also Luxus:
Wicken kleiner Topf mit drei
Ich denke, dass ich den großen Topf genau so lassen werde. Da ist genug Erde für mein Gefühl drin, dass die im Sommer so wachsen können. Die Pflanze ich also nicht mehr um. Die Pflanzen in den kleinen Töpfen werde ich in eine meiner Pflanzkisten auspflanzen, wenn es warm genug draußen ist.

Denn, was in der Pflanzanleitung, die ich oben verlinkt habe steht, 25-50cm auseinander einpflanzen, das gilt für Staudenwicken bzw. diesen Luxus kann ich mir auf dem Balkon nicht leisten. Das ist das alte Problem: Als Balkongärtner kann man sich den Gartenluxus, den die meisten Pflanzanleitungen voraussetzen, nicht leisten.

Ich schätze, in etwa einer Woche muss ich die Wicken entspitzen. Das bedeutet, dass man den Haupttrieb an einer bestimmten Höhe einfach abknipst, um dann ein Verzweigen der Wickenplfanze zu erreichen. Dazu habe ich hier ein gutes Bild gefunden, bei dem man es sofort versteht. Ich stelle später auf jeden Fall auch ein Bild von meinen Erfahrungen ein.

Also, die oben verlinkte Pflanzanleitung war für mich sehr hilfreich! Und ich bin auch sehr dankbar dafür! Einige Punkte sind aber nach meinem Gutdünkten abzuwandeln:
1, Erheblich mehr Samen gleichzeitig in einem kleinen Topf anziehen.
2, die Erde locker auf die Samen legen, statt die Samen in Löcher zu werfen.
3, Bei normale Wicken kommen gegenüber Staudenwicken sicher 6 Wicken mit der Erde eines normalgroßen Topfes aus.

Entspitzen, eine Woche später.
2, Gewachsene Wicken
So wie hierüber sehen die Wicken in dem großen Topf eine Woche später aus. Schon richtig wie Wicken, mit den Fäden zum Festhalten und alle. Aber, auch schon etwas lang. Vielleicht war es etwas zu warm? Sind ja meist schon fast 20cm lange Triebe. Auch die nicht so vielversprechenden Triebe sind gut gekommen! Die Regel für das Entspitzen ist, dass man mindestens zwei Blattstände stehen lässt.
2, Ja, wo denn nun?
WO nun entspitzen? Bei diesem scheint es klar: Zwei Blattstände von oben zu sehen, also wird tatsächlich die Spitze, der oberste Teil des Triebes, abgeknipst.
2, Zwei Versuche Wicken zu entspitzen
Im Bild links aber das Problem, das ich als Anfänger habe: Es gibt ja manchmal auch nicht richtige Blätter, sondern „Augen“, Triebansätze an den Trieben. Bei allen dreien hier sieht man die unten, wenige cm über der Erde. Zählen die auch schon? Ist es so wie bei Rosen, dass da Triebe draus kommen können?
Ich habe das bei den beiden rechten der Triebe nun einfach mal versucht, die so einzukürzen, dass jeweils ein Auge und ein Blattstand stehen bleiben. Kommt etwas aus dem Auge, möchte ich wissen? Beim Linken dagegen ist es so, wie immer, ich habe zwei Blattstände stehen lassen, UND unten ein Auge.

Ich werde weiter berichten.

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