„Balkon“ – Garten der Neuen Nationalgalerie in Berlin abgeholzt!

Baum Tod Berlin Oranienburger StraßeDurch Berlin zu laufen, bedeutet seit mehr als einem Jahr die permanente Entdeckung von Baumstümpfen!
Überall im Zentrum wird gebaut. OK so? Wenn so viele Bäume dadurch fallen, kann das in der Form nicht richtig sein!

Nun habe ich einen besonders krassen Fall entdeckt, wie ich finde. Denn der „hortus conclusus“, der mit Mauern eingeschlossene und nur von der Ausstellungsfläche oder von Oben einsehbare Garten an der Westseite von Berlines Neuer Nationalgallerie von Mies van der Rohe wurde komplett gerodet.
IMG_3791 Kopie
Sieht das schrecklich aus?!!? Mir kommt das unglaublich vor. Mindestens zwei der Bäume waren wertvolle Gehölze. Hier gibt es doch Denkmalschutz und was weiß  ich, ist denn der Garten da ausgeschlossen? Denkmalschutz, Hortus excludus???? Als hätte man den Balkon der Nationalgalerie komplett beseitigt, so sieht das für mich aus. Denn, die Gartengestaltung passte gut zu der Plastizität der Skulpturen, das war ein als ganzes abgerundetes Kunstwerk:
Garten Hortus Conclusus Mies van der Rohe Nationalgalerie

Das Bild hierüber habe ich im Spätsommer 2010 gemacht. So wird es nie wieder aussehen. Daher könnte es mich auch nicht befriedigen, wenn mir einer der Architekten erläutern würde, dass man die Bäume ja „wieder anpflanzt“. Das ist nicht dasselbe.

Ich denke, dieses Übermaß an schnell genehmigten Rodungen kann der Innenstadt nicht gut tun.
Invalidenstraße Tote Bäume, Kahlschlag, Erstickung
Invalidenstraße, Ecke Ackerstraße

Denn überall da, wo gerodet wird, entstehen ja neue Wohnungen, und dann mehr Verkehr, und zur Kompensation dieses Verkehrs gibt es dann sogar noch weniger Grün zum Atmen, als Filter und Lärmpuffer.
Klar, in Berlin muss Wohnraum geschaffen werden. Aber mir scheint, oft  könnte man Konzepte für die Erhaltung von Grün ernsthafter in die Überlegungen zum Wohnungsbau oder zur Sanierung großer Bauten mit einbeziehen.
Berlin Baulücke Torstraße Wilhelm-Pieck-StraßeTorstraße, Abschnitt kurz vor der Ecke Friedrichstraße / Chausseestraße

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3 Gedanken zu “„Balkon“ – Garten der Neuen Nationalgalerie in Berlin abgeholzt!

  1. So etwas finde ich auch immer furchtbar. Wächst da nun was Neues oder wurde das Gelände bebaut ? Ich habe auch Sorge, daß beim jetzigen Bauboom viel weggemacht wird und hoffe, daß es zukünftig mehr Konzepte gibt, die Begrünung naturnah mit einzuplanen.

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  2. Bei der Nationalgallerie wird ja später alles wieder aufgeforstet. Aber, das überzeugt mich vom Konzept nicht. An der Nordwestecke stand eine wunderschöne Fichte, unregelmäßig pyramidenförmig gewachsen, als entstamme sie einer Zeichnung von Schinkel! Die haben die razeputz innert einer halben Stunde zu Kleinholz gemacht. Die, wie ich fand, für den Raum und seine Eigenart unpassende Installation „Sticks and Stones“ von David Chipperfield hat da offenbar schon einen Fingerzeig gegeben, was da mit Natur passieren würde. Auch, wenn ich von der Architektur her Chipperfield vollstens vertraue und ihn schätze.
    Bei den Baulücken kommt nichts neues mehr. Das ist einfach ein Totalverlust.

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