Die schwer ergründlichen Pfade der Kapuzinerkesse –– oder: „Das kann eigentlich gar nicht sein!“

Ein U-förmig gewachsener, dünn verholzter, gelblicher Strang, beide Enden im Topf verwurzelt (!), von dem vier dicke grüne Triebe in alle Richtungen gehen. Wie bitte?
Kapuzinerkresse DIESER topf
Ich weiß es nicht. Auf jeden Fall ist es in diesem zunächst unauffälligen Topf hierüber, in dem eine Schwarze Tomate und ein Rosa Hibiskus stehen.
Kapuzinerkresse, racine - drei Ansätze
Hier sieht man die vielen „Zehrer“ in dem Topf. In Orange und Gelb habe ich die Triebe markiert, die von einer Kapuzinerkesse stammen, obwohl sie unten an ZWEI (!) entgegengesetzten Enden des Blumentopfes verwurzelt sind. Oben steht zwischen den beiden  eine „normale“ Kapuzinerkresse mit nur einer Wurzel und einem Strang.
Kapuzinerkresse, Verteilstelle
Und hier nun das Wunder des Verteilstücks! Gelb und Orange sind die zwei Triebe, die von unten kommen, und jeweils eigens verwurzelt sind. Man sieht hier aber, dass sie wirklich eine Schleife bilden, die beiden Triebe sind U-förmig verbunden. Dann gehen insgesamt vier Triebe davon ab, markiert in Rot, Grün, Lila und blau!
Kapuzinerkresse, Trieb a, Ansatz
Hier geht der Rot markierte Zweig weiter. Rechts ist nochmal gut die „Schlaufe“ des Zwei-Wurzel-Triebes zu sehen, der rote Trieb geht nach links weiter…
Kapuzinerkresse, Trieb a paenultima
…und Weiter durch zwei Tomaten..
Kapuzinerkresse, Trieb a Ende 1
… bis er unter dem Acer Palmatum ankommt,
Ansatzweise
WO er bereits zwei Knospenansätze hat.
Hibiskus, Blauer anfang
Ein zweiter, blau markierter Trieb beginnt an der Schlaufe des Zwei-Wurzel-Triebes hierüber,
Kapuzinerkresse im Roten Hibiskus
bevor er sich im Roten Hibiskus bequem macht. Der Lilane und der Grüne Trieb sind ähnlich.

Kapuzinerkresse, Ansatz oben realIch rekonstruiere das so – und man kann sich diesen „Zufall“ unbedingt in Zukunft zu nuze machen:
Kapzinerkresse wächst bei mir in den ersten Monaten schwer. Offenbar habe ich den etwa schlappen Trieb eines Tages über die Astgabel des Hibiskus gelegt. Gebau so, drüber gelegt, sieht die Schleife hier links nämlich aus.
Dann ist der aber nicht weiter nach oben gewachsen und ich habe mich nicht richtig darum gekümmert, und dann ist der Trieb wieder nach untern gewachsen. Und irgendwie, sehr wahscheinlich als ich die Tomate in den Topf zugepflanzt habe, ist das Triebende in die Erde gekommen. Dort hat es Wurzeln geschlagen.

Und, eines Tages gibt es bei mir immer und generell bei der Kapuzinerkresse den Zeitpunkt, wo sie plöztlich kräftig wächst und nach nur zwei Wochen so dick und lustig ist, dass Blüten kommen. Diesen Moment gab es auch bei diesem Trieb! Und, da er ZWEI kräftige Wurzeln hat, kann er vier saftige Triebe bedienen! Ein Exemplar – vier Energetische Triebe! Das mache ich in Zukunft systematisch so.
Herzliche Grüße, Euer Giorgio.

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9 Gedanken zu “Die schwer ergründlichen Pfade der Kapuzinerkesse –– oder: „Das kann eigentlich gar nicht sein!“

  1. Spannend ! Die Natur sucht sich immer ihren Weg 🙂 Man sagt ja auch, daß die Natur sich alles zurückholt. Ich finde es auch immer interessant, wenn man solche Entdeckungen macht. Ist doch toll: Aus eins mach vier 🙂 Hach, ich liebe Kapuzinerkresse, aber die letzten Pflanzen sind komplett den Blattläusen zum Opfer gefallen. Im Frühjahr hatte ich welche ausgesät, aber die Saat war zu alt. Da ist nüscht gekommen. – Ist dir übrigens bei dem ersten Bild aufgefallen, daß da irgendwas im Blatt der Kapuzinerkresse miniert ? Ich würde es ab machen ! herzliche Grüße, Almuth

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    1. Hallo, also auch eine eingefleischte Kapuzinerkresse-Liebhaberin!!?! Kapuzinerkesse ist ein Blattlaus-Magnet, ja. Ich mache die regelmäßig mit den Fingern tot und sprizte einmal die Woche mit Brennesseljauche/ Tee. Dadurch halte ich sie deutlich im Schach, aber, irgendwo hat man immer welche.
      Witzig finde ich, wie DU auf das Photo schaust und gleich die Reflexe hast, die Du auch in der Natur hättest! Ich mache die Blätter mit dem bisschen Menieren nicht ab, es wird bei mir nie bedrohlich von der Menge, und das Blatt ist noch voll funktionstüchtig. Aber, diese Tiere habe ich schon immer, das stimmt.
      Herzlich Giorgio

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      1. Ja, das war gleich ein Reflex von mir – wollte nich aufdringlich sein 😉 Und die befallen dann nicht die ganze Pflanze bei dir ? Ich hatte immer den Eindruck, daß das dann rasant weitergeht. Bei mir „minierts“ nämlich auch gerade. Oft, wenn ich mal wieder zu viel gieße. Vielleicht probiere ich es nächstes Jahr mal wieder mit der Kapuzinerkresse. Herzliche Grüße !

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        1. Fand ich nicht aufdringlich, keine Sorge, Almuth! Da Du es direkt angesprochen hast, habe ich die drei befallenen Blätter, die mir bekannt waren, nun entfernt und im Hausmüll entsorgt. Aber, ich glaube, es ist eigentlich keine wirkliche Gefahr mit den Menierenden bei der Kapuzinerkresse. Ist wirklich was anderes, als bei den Kastanien, wo diese Tiere plöztlich so bekannt geworden sind, dass jeder das französische Wort heute im Munde führt. Und selbst da kommen die Kastanien wundervoller Weise mit dem Problem gar nicht so schlecht zurecht.
          Herzlich Giorgio.

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  2. Bei manchen Pflanzen denke ich auch „das kann eigentlich gar nicht sein“ und bei anderen wiederum „es sollte sein, ist aber nicht…“ die Natur unseres Mikrokosmos Balkon ist genauso unergründlich wie die Natur „da draussen“. So säen sich teilweise wunderhübsche (namenlose) Blümchen selber an und gedeihen prächtig, während mit Absicht Gepflanztes chancenlos eingeht… geheimnisvolle Sache eben. Und das macht das Gärtnern doch erst so richtig spannend, diese Überraschungsmomente wie sie Deine Kapuzinerkresse zum Beispiel bietet! Liebe Grüsse, Arletta

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