Eine Frage: Wie gießt man Thymian und Lavendel?

Im Laufe der Jahre macht man ja so seine Fortschritte. Kräuter pflegen ist nicht einfach, aber Salbei und Rosmarien wachsen bei mir inzwischen ausgezeichnet.
TymianblühtenteeBeide blühten dies Jahr bei mir.

Aber, ich habe große Schwierigkeiten mit dem Gießen von Thymian und Lavendel gehabt. Etwa hatte ich gelesen, Lavendel solle man nur einmal die Woche gießen, mehr vertrage er nicht. Einen riesigen und teuren Topf, ein wunderschöner Busch Lavendel, habe ich damit im Laufe des Jahres 2015 fast massakriert – ich habe immer nur Samstags gegossen, und mir eingebildet, ich mache alles richtig, da es in vielen Texten üblich ist, zu behaupten, dass man mit mehr gießen Schaden anrichtet!
Brombeere Theodor Reimers auf Balkon
Schön sah er am Fuße der Brombeere aus, als ich ihn Mai 2015 kaufte und im Blog präsentierte.
Lavendel
Und so sieht er heute, Juli 2016 aus. Darauf bin ich auch noch stolz. Warum? Er lebt zumindest noch. Ich habe das so gemacht: Als er im Frühjahr vollkommen Tot aussah, habe ich ihn einfach aus dem Topf genommen und den Ballen so wie er war auf die Brombeer-Pflankiste gestellt. Nun bekommt er täglich Wasser, gemeinsam mit der Brombeere, dass aber schnell wieder abläuft. Seitdem erholt er sich.
Thymian und Steinbeisser
Ganz ähnliche Erfahrungen habe ich mit dem Thymian den ich dieses Jahr im Kräutergarten bei der Späthschen Baumschule kaufte.  Im Mai sah er so aus, wie hierüber. Dann habe ich begonnen, ihn selten zu gießen. Er wurde immer trockener. Schließlich habe ich ihn ungewöhnlich getopft:
Thymian im Ofenfuß
Ich pflanzte ihn in einen Kachelofenfuß, der hat unten ganz große Öffnungen, die hab ich mit Schamotte-Bruckstücken notdürftig abgedeckt. Dann die Ballen des Thymian hinein, und die restlichen Zwischenräume habe ich mit Löss aufgefüllt. Was anderes hatte ich halt nicht da. Nun gieße ich den Thymian täglich! Nicht viel, aber überall, und, das läuft sehr schnell ab.
Thymian treibt turnusmäßig
Aber, nun ist er richtig gesund. Treibt ganz frische Zweigchen für die Küche und auch die alten Blätter haben sich erholt.
Es scheint, dass ich alles nun richtig mache. Den üblichen Anweisungen „wenig Gießen“ entspricht es aber nicht, sondern vielmehr: Beim Lavendel und beim Thymian kann das Wasser extrem schnell wieder ablaufen und beim Lavendel sogar ab- und austrocknen.
Wer kann mir aus seinen Erfahrungen bitte weitrere Tips geben, warum das nun zufällig klappt, und wie sie oder er mit den üblichen Empfehlungen umgeht?
Herzliche Grüße

Giorgio

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9 Gedanken zu “Eine Frage: Wie gießt man Thymian und Lavendel?

  1. Hallo Giorgio 🙂
    ich kann deine Erfahrung nur bestätigen. Nicht oder wenig gießen trifft im Freiland zu – mein Lavendel im Hof ist riesig und wird nie gegossen (außer es regnet). Der zweite wurde letztes Jahr leider von jemandem zerstört aber beim Ausgraben erklärt sich auch schnell, warum man den nicht gießen braucht. Die Wurzeln sind mächtig und gehen sehr tief. Am Balkon im Topf gieße ich beides auch fast täglich, sonst vertrocknet alles. Auch fürs überwintern muss man das bedenken. Meine ersten Überwinterungsversuche sind kläglich gescheitert, weil ich einfach kaum gegossen hab. Wichtig ist sehr gut durchlässige Erde und keine Staunässe. Die Erde darf ruhig komplett austrocknen aber nur für kurze Zeit, nicht über Tage hinweg.

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  2. Vielen Dank, nun ist alles wirklich klar: „Wichtig ist sehr gut durchlässige Erde und keine Staunässe.“, schreibst Du. Und diese Regel gilt für Topfpflanzen. Für draußen gelten ganz andere Regeln. So klar kann man es für Thymian und Lavendel zusammenfassen.
    Also, das Geschwafel mit „Thymian und Lavendel sind in ihrer natürlichen Umgebung Trockenpflanzen, also überhaupt generell kaum gießen“ muss insoweit differenziert werden. Sonst droht Staudenverlust.
    Herzlich Giorgio

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  3. Hör mir auf mit Thymian ! Den gieße ich immer falsch… Aber danke für den hilfreichen Artikel ! Mir erschloß sich kürzlich auch, daß es die Staunässe sein könnte. Bei mir fehlt offensichtlich die gute Drainage, so daß das Wasser, wie bei dir, schnell ablaufen kann ! Das Verrückte: ich bringe den Thymian immer hervorragend durch den Winter, Er sieht ganz toll aus. Und dann fange ich wohl doch an, zu viel zu gießen (bei schlechter Drainage). Und dann sieht er so ähnlich aus, wie dein Lavendel.
    Mit dem Lavendel ist das so eine Sache: meine selbstgezogene Pflanze sieht gut aus. Kaufe ich neuen, geht der ganz schnell ein. Ich versuche täglich, aber sehr wenig zu gießen und dann gehts so halbwegs. Für die Zukunft muß ich aber wohl mehr Blähton oder Scherben oder Steine unten in die Töpfe tun. Ja, das diese Empfehlungen zum Teil fürs Freiland sind, da muß man erst mal drauf kommen !! LG

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  4. Vielen Dank für eure Kommentare!
    Mein Gott, nun merke ich erst, was ich für ein Glück gehabt habe, zufällig drauf zu kommen! Bei dem Lavendel war das Verlegenheit. Ich habe ihn aus dem Topf genommen (es war ein großer Topf, und ich wollte ihn für THOMATEN verwenden). Dann habe ich die Erde etwas abgeschalgen, und den provisorisch auf die Pflanzkiste gestellt. Schon nach zwei Wochen merkte ich, dass es irgendwie gut geht.

    Bei dem Thymian hatte ich gelesen, dass man ihn nach dem Umtopfen erstmal viel gießen muss. Ich merkte bald, nicht nur direkt nach dem Umtopfen..!

    Herrlich, das ist einfach schön, wenn man einen ganz chaotischen, nachdenklichen Blogeintrag scheibt, und denkt: Den ließt nun aber wirklich keiner! Und, dann wird man mit dem glatten Gegenteil überrascht!
    Herzliche Grüße aus Berlin,
    Giorgio

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  5. Lieber Giorgione! Auch ich kann diese Erfahrungen nur bestätigen: Kräuter in Töpfen sind keinesfalls Trockenpflanzen, im Gegenteil… wir hatten dieses Jahr ja extrem viel Regen und die Kräuter – und zwar ALLE – sind vor sich hergewuchert und blühten teilweise sogar (Salbei, Oregano, Schnittlauch) . Kaum wurde es heiss und (relativ trocken) fingen sie an zu leiden und ich musste sehr oft giessen, damit sie überhaupt überlebten. Auch etwas anderes kann ich – zumindest für Topfkräuter – nicht bestätigen: dass diese voll sonnig stehen müssen! Nein! Meine Erfahrung hat mich gelehrt, dass sich Kräuter schattig gestellt sogar viel besser entwickeln, gesunderes Blattwerk produzieren etc und vor allem trocknen sie in schattigen Lagen auch nie aus! Ja diese Ratgeber… eigene Erfahrungen sind halt immer besser!
    Liebe Grüsse, Arletta

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  6. Liebe Arletta,
    gut, dass Du das mit der Sonne ansprichst. Das hatte ich mich nämlich gar nicht mehr getraut, zu sagen. Lavendel und Thymian stehen bei mir nun im Schatten! Also, wenn der Lavendel noch etwas besser entwickelt ist, kommt er schon zurück in die Sonne. Aber, der Thymian steht auf der Küchenfensterbank (siehe Photo) bei mir nun am besten, überall anders war der große Kasten nun einfach zuviel. Er bekommt schon gelegentlich etwas Sonne, vor allem früh morgens, aber tagsüber nicht. Ich hatte auch nicht den Eindruck, dass ihm das schadet, zumal es immerhin sehr hell ist an dem Ort.
    Herzliche Grüße
    Giorgio

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  7. Lieber Giorgione, ausgenommen für die Reifung von Früchten, denke ich eh, es ist das LICHT welches, eine wichtigere Rolle spielt als die direkte Sonnenbestrahlung. Bei mir steht sogar der Rosmarin voll schattig und entwickelt sich prächtig, die Zitronenverbene musste ich zurück aus der Sonne wieder in den Schatten verfrachten, weil sie mir fast eingegangen wäre und so weiter… Vielleicht ist es bei den Pflanzen doch auch wie bei uns Menschen: alles eine Sache der Individualität? Das wäre doch auch schon wieder so ein Blogthema 🙂 Pflanzen mit individuellen Vorlieben.
    Liebe Grüsse, Arletta

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