Weitere Eindrücke der Verkostung dornenloser Brombeeren.

Im vergangenen Jahr habe ich erste Eindrücke bei der geschmacklichen Beurteilung (Verkostung) insbesondere der dornenlosen Brombeersorte „Navahoo“ mitgeteilt, dieses Jahr kann ich vor allem Aussagen über „Loch Ness“, eine der ersten Dornenlosen überhaupt, mitteilen.
Brombeeren Balkon Kübel SitzgelegenheitHier die Anordnung der Brombeeren auf dem Balkon, dem hier beschriebenen Prinzip folgend: Sie sind nach oben gezogen und blühen und tragen dort wunderbar. Das sieht auch einfach schön aus.

Ich möchte meine Meinung vorwegschicken: Dornenlose Brombeeren lohnen sich auf dem Balkon nicht, da sie zu anspruchsvoll sind. Sie sind erheblich schwerer zu ziehen, als die höchst effektiven und erfreulichen dornigen Theodor Rheimers. Geschmacklich scheinen die dornenlosen gerade unter diesen Bedingungen mit Abstand nicht an die dornigen heran zu kommen.
Ob bei einer intensiven Pflege aber deutlichere Erfolge zu erzielen sind, dies wäre denkbar. Ich habe es jedoch auch im zweiten Jahr nicht erreicht.
Brombeere Loch ness und Theodor Reimers
Hierüber einen bewusst ausgewählten Teil der Ernte zur Verkostung, die ich gemeinsam mit einer Testerin durchführte. Ergebnis: Die Loch Ness sind sehr lang bis zu 3 cm, angenehm in der Konsistenz, nicht zu fest, nicht zu weich, und geruchlos. Der Testerin schmeckte sie leicht säuerlich und nach Brombeere. Beim direkten Vergleich mit einer kleinen, normalen Theodor Reimers, Reaktion: „Hmmm, die schmeckt fruchtig! Loch Nes ist schon OK, aber nicht der Hammer“. Ich fand die LN. leicht nach Frucht schmeckend, aber eher undefiniert, mit guter Säure. Das reicht mir eigentlich nicht. Reimers ist deutlich leckerer.
Blackberry Loch Ness
Wozu Loch Ness auf dem Balkon? Hierüber ein Bild. Ein Grund könnte sein, dass der Zierwert hoch ist. Davon habe ich auch letztes Jahr berichtet, Blätter und die Früchte in allen Stadien sind sehr schöh, wozu die Größe mit beiträgt. Die großen Früchte bringen Masse, sie sind daher zum Müsli oder zum Kochen geeignet. Für den Geschmack, insbesondere beim Naschen einzelner Früchte, bleibt die Thodor Reimers unschlagbar. GESCHMACK
Zu Reimers: Ich habe dieses Jahr bemerkt, wie schwer es bei ihr ist, die richtigen Früchte zu ernten. Immer das Abtasten und das vorsichtige Ziehen, damit man sie nur nimmt, wenn sie wirklich leicht abgehen und also reif sind. Dann hat man dennoch immer wieder sehr große Überraschungen, wie sie schmeckt. Jede Frucht weicht im Geschmakc eventuell sogar stark von der vorher gegessenen ab. Reiners hat fast immer ein Zusammenspiel zwischen drei für sich schmeckbaren und im Gesamterlebnis wirksamen Komponenten: Säure, Fruchtgeschmack und Süße.
Säure ist fast immer da, und sie ist wirklich spritzig, selbst in zu wenig gereiften Exemplaren meist nicht unangenehm stechend, sondern einfach erfrischend und klar wie eiskaltes Bergwasser.
Wenn der kräftige, ebenso vielfältige Fruchtgeschmack nach Brombeere (!) dazu kommt, ist es noch besser. Das Aroma der Brombeere setzt sich aus sehr vielen Komponenten zusammen, diese Komplexität kann man durchaus geschmalcklich ausmachen. Man erwischt jedoch leider vom selben Busch doch gelegentlich Exemplare mit weniger Fruchtgeschmack.
Wenn aber zu den beiden anderen die vollmundige und bei der Reimers warme Süße dazu kommt, ist alles perfekt. Es geht NICHTS über den Geschmack einer gut gereiften und gewählten, echten Thordor Reimers!!!

Loch Ness: Die Früchte, die ich so nebenbei auf dem Balkon probierte, schmeckten in meiner Erinnerung besser, als die Verkosteten. Jedoch, der Fruchtgeschmack ging dezidiert in Richtung Himbeere. Ich finde, das ist für eine Brombeere nicht das Richtige. Die Säure der Loch Ness ist in der Regel ziemlich in Orndung. Die Süße jedoch ist meist etwas fad, flach, allgemein, wenig komplex.

ZUM WUCHS:
Loch Ness: Dünn und lang, entwicklet sich. Wegen der Schönheit, auch gerade der Herbsfärbung, bleibt das Exemplar bei mir auf dem Balkon. Hierunter sieht man, wie sich die Sorten zusammen machen. Rechts viel Theodor Reimers, hinten oben links der dünne Trieb der Loch Ness, der dennoch dicke Früchte hat.
Brombeeren Balkon Stränge Topf
Theodor Reimers: Der Trieb von einem meiner beiden Exemplare hat bei mir dieses Jahr großes Volumen gehabt, und sicher ein wenn nicht zwei Kilo Beeren. Das ist schon super, und der neue Trieb des Exemplars ist auch schon lang und kräftig, also wird die Ernte wahrscheinlich nächstes Jahr noch besser.
Kranke Theodor Reimers
Ein weiteres Exemplar macht seit Jahren Zicken; dieses Jahr hat es vielleicht 10 mikrige Früchte. Noch schlimmer: Der diesjährige Neutrieb kam erst Mitte Juli. Man sieht ihn hierüber, er wächst im Bildmittelgrund hinten zwischen die drei Töpfe. Er ist maximal 30 cm lang, das ist nichts für eine Theodor Reimers. Im Vordergrund sieht man einen kräftigen, diesjährigen Trieb. Was ist los? Ich weiß es nicht, das Exemplar hatte es immer schwer. Aber, mit dem Ergebnis dieses Jahr werde ich das Exemplar nach der Ernte vom Balkon entfernen. Es hat keinen Zweck.

Navahoo: Hatte bei mir dieses Jahr höchstens 3 Blüten und schließlich keine Früchte. Und das, obwohl sie einen guten neuen Topf und einen guten Trieb hatte. Ich denke, auch das Exemplar fliegt vom Balkon.

Mein Ergebnis: Theodor Reimers hat seine Tücken, die sind aber beherrschbar. Die Virenkrankheit der Dornlosen von letzdem Jahr hat dieses Jahr fast keine Probleme bereitet, aber, Punktum, sowas hat Reimers nie. Mir sind die zu zickenhaft, die Dornlosen. Ob im Garten, bei viel Platz und guter Erde die Ergebnisse besser ausfielen, kann ich nicht sagen. Ich fand die Geschmacksproben aber nicht so gut, eine Tendenz des Fruchtgeschmacks zur Banane bemerkte ich letztes Jahr bei Navahoo, eine Tendzenz des Fruchtgeschmacks zur Himbeere bei Loch Ness. Die Komplexität der Theodor Reimers in Säure, Fruchtgeschmack und Süße ist sehr hoch und ausgesprochen ansprechend. Das ist eine Feinschmeckerfrucht!

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