Über viele Jahre wird man zum Balkongärtner.

Da sich bald mein zweites Blogjubiläum jährt, denke ich wieder darüber nach, wie ich zum Balkongärtnern gekommen bin. Es ist über 10 Jahre her.
farben
Damals wohnte ich in einem alten Haus, was seinen Reiz  hatte, da die alten Bauteile, aus der Zeit um 1910,  da waren, und erkennbar alt waren.
dscn2331-kopie
Es gab dabei eine selbtsame Symbiose zwischen den alten Dingen, die dieses Haus ausmachten, und der höchst natürlichen Art, in der ich damals zu gärtnern begann.
mooskasten
Ich habe die Pflanzen in tönernen Blumenkästen gezogen. Diese Blumenkästen waren zum Teil gar keine normalen Blumenkästen, sondern die Füße von alten Kachelöfen, die zu der Zeit reihenweise in die Container wanderten.
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Die Füße sind entweder lang – einen sieht man links auf der Brüstung – oder klein, das sieht man links unten im Bild. Sie lagen, was in der Natur der Sache liegt, auf den Containern oben auf, da sie als letztes beseitigt wurden. So konnte man sie leicht mitnehmen.
schneebalkon
Dann gab es noch eine kuriose Besonderheit auf dem Balkon: Es war eigentlich verboten, ihn zu betreten! Denn er war offiziell absturzgefärdet. Daher habe ich die komplette Balkonbewirtschaftung mit dem lagen Arm von der Tür aus betrieben. Das führte dazu, dass ich wenig beschnitten habe, auch habe ich kein Unkraut gejätet. Das, was ich einmal gepflanzt hatte, mit allem, was sich noch so aussähte, ließ ich gemeinsam wachsen!
moos
Daher hatte ich ein wunderbares Mikroklima und eine große Biodiversität in den Kästen, vor allem wuchs da viel Moos, in allen Kästen, das war herrlich. Moos ist ein Geduldsfaktor. Wenn man ständig an den Töpfen oder Kästen rummacht, gibts kein Moos!

Das alles hat mich schon beeinflusst. Ich habe gerne schöne Dinge auf dem Balkon. Damals waren sie noch alle da und gratis, wie dieses alte Profilglas, das es schon in der Jahrundertwende gab. Vielleicht war es in dem Haus, das, wie ich sah, kürzlich saniert wurde, sogar so alt, von 1913:
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Und der Blick auf das Gewerbe-Hinterhaus mit den gelben Ziegeln hatte eine wunderbare Farbvielfalt erzeugt, die ich heute mit den Plfanzen erzeugen muss.
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Schon damals ging es mir aber auch darum, Gehölze auf dem Balkon zu haben, die man sonst gar nicht so ohne weiteres dort erwartet. Hierüber z.B. ein Nespolo, eine Wollmispel. Die hatte sich im Blumenkasten der Wohnung, die ich vorher hatte, selbst ausgesäht. Und die Eberesche im Blumenkasten habt ihr wahrscheinlich schon entdeckt.

Der Blick von Innen nach Außen war, da ich den Balkon nicht betreten konnte, die einzige Option.
balkonidylle
Daher genieße ich die Balonvielfalt meines jetzigen Balkons drauße sitzend sehr. Und habe mich professionalisiert mit der Pflege meiner Pflanzen. Das ideal, den Balkon kaum zu beeinflussen, noli me tangere, dies aber bleibt mir im Hinterkopf. Es ist gar kein so schlechter Ratgeber. Nur, dass man, wenn man älter wird, spießiger wird. Und eben doch mehr tut.

Das als Bericht in Hinsicht auf meine Garten-Vergangenheit und mein aufkommendes Blogjubiläum. Denn zum Zweijährigen möchte ich dieses Jahr mal etwas Ungewöhnliches schreiben, das gar nichts mit dem Balkon zu tun hat. Wenn ich mich traue. Ist ja fast noch einen Monat hin.

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Ein Gedanke zu “Über viele Jahre wird man zum Balkongärtner.

  1. Lieber Giorgio! Danke für diesen interessanten Einblick in die Gehölzbalkon-Vergangenheit! Ich finde es immer äusserst spannend zu erfahren, auf welchen Wegen Menschen zu einer Leidenschaft gelangt sind. Interessant finde ich aber auch die Sache mit der Biodiversität, wenn man einen Balkon in dem Sinne einfach ganz in Ruhe lässt. Ich überlege mir das immer mal wieder, was geschehen würde, wenn man einfach das wachsen liesse, was sich von selber ansiedelt. Ich denke, „man“ hätte lauter gesunde, pflegeleichte, schöne Pflanzen. Hat es wirklich mit Spiessigkeit zu tun, wenn man dann eben doch bewusst gärtnert und das pflanzt, was man gerne hätte? Meine erste Wohnung hatte auch einen Balkon, den man besser nicht betrat. Die zweite Wohnung hatte gar keinen Balkon… für mich heute unvorstellbar, so zu leben. Der Balkon – oder der Garten – ist das wichtigste Kriterium mittlerweile. So ändert man sich. Andere Menschen haben andere Prioritäten. Auf den „ungewöhnlichen“ Jubiläumsbeitrag bin ich ja schon äusserst gespannt! Mit lieben Grüssen, Arletta

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