Tomaten aufziehen – Probleme und positive Überraschungen

Gut 200 Tomatensamen habe ich dies Jahr keimen lassen, und so bekomme ich auch einen Überblick über die Unbilden und Überraschungen. Verwirrend ist diese erste Zeit!

Denn man weiß nie ganz genau, woran man ist, vieles ist superschön und erfreulich, vieles aber erfordert viel Geduld.

Schön ist erstmal dies wunderbare Grün nach dem Eintopfen. Belohnung für die Phase des Aussähens und des Pikierens, als der dritten Phase.

Aber beim Überblick über die große Menge meiner Pflanzen sieht man auch, das manche, die anfangs sehr schnell heraus kamen, später gar nicht mehr so richtig wollen, andere wachsen konstant.

Schwierig haben es dieses Jahr die Johannisbeerthomaten, hier oben 50 Stück in einer Pflanzschale. Ebenso darunter die polnischen Schwarzen Runden Tomaten. Beide sind eigentlich im Jahr sehr kräftig, sehr lebendig, überwuchernd und ertragreich. Aber, nun gerade machen sie seit fast einem Monat fast nichts. Was bedeutet das? Meine sehr wertvollen getiegerten, die ich von einer 90 Jährigen Dame aus dem Südosten von Berlin geschenkt bekan, und die vielleicht eine sehr alte Sorte sind, sie kamen einen Monat lang nicht. Ich habe dann drei mickrige Triebe pikiert und eingetopft. Dann kamen plötzlich in diesen Töpfen innerhalb von zwei Wochen kräftige Triebe. Nun habe ich gut 20 vielversprechende Triebe, die ich wiederum eingetopft habe. Verkommen aber sind fast gar keine Tomatenpflänzchen.

Also scheint das Geheimnis zu sein: Tomatenpflänchen wachsen geheimnisvoll, wenn man Geduld hat, wird es aber irgendwann. Und sie sind viel kräftiger, als man denkt. Sie können tiefe Temperaturen überleben:

Diese Keime einer Reisetomate stehen in dem Plastikgefäß seit einem Monat auf meinem Balkon. Sie kamen aus der Erde, die vom Umtopfen scheller gekommer Exemplare überig blieb.

Diese Tomate „Tamina“ steht seit einer Woche versehentlich draußen. Heute Nacht aber gab es in Berlin Temperaturen leicht über dem Gefriepunkt, das Dach gegenüber war in Raureif. Insofern kann man Tomaten möglicherweise früher raus tun, als man denkt; nur bei wirklichem Frost unter 0 Grad sollte man rechtzeitig handeln, wenn man ihn fürchten muss. Hybride Sorten könnten ebenfalls empfindlicher sein.

Auf jeden Fall sind bei 200 Tomaten, die man kaum noch überschauen kann, wie 200 Marienkäfer, die Überraschungen groß. Geduld stellt sich automatisch ein, da ich etwa niemals 200 Pflänzchen hintereinaner umtopfen könnte. Daher geht das automatisch in Einzelschritten über Tage, und dann ist oft schon wieder was passiert.

 

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3 Gedanken zu “Tomaten aufziehen – Probleme und positive Überraschungen

  1. Hallo Giorgione

    Ich bin ja ein Pflanzenfan und gerade solche, die ich selber nicht habe (wie eben Tomaten) interessieren mich besonders. Wie ich diesen Beitrag gelesen habe, dachte ich mir so, dass ich eigentlich schon lange auch mal Tomaten setzen wollte. Denn wo Obst gut wächst, sollten ja eigentlich Tomaten auch gedeihen. Wobei Pflanzen ja immer wieder für Überraschungen gut sind.

    Was mich an diesem Beitrag nun ganz besonders gefesselt hat, ist dieses Gemälde. Ich würde mir das sofort an prominentester Stelle hinhängen, so toll finde ich das. Erst dachte ich, es sei der Farben wegen, Grün und Gelb, meine Lieblinge. Aber das ist es nicht hauptsächlich. Für mich drückt es Verwirrung aus. Verwirrt durch Unbilden und Überraschungen. Gar nicht negativ. Intensives Leben halt. Aber unberechenbar, wild, verwirrend eben. Gefühlsstark. Mein Balkon ist überhaupt nicht so. Aber mein Leben. Deshalb spricht mich dieses Bild sehr stark an. Ein Kunstwerk, für das ich Dir meine grössten Komplimente aussprechen möchte!

    Nun sende ich Dir liebe Grüsse und wünsche Dir weiterhin viel Erfolg mit den Tomaten!
    Arletta

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  2. Liebe Arletta,
    ich danke Dir sehr für die Komplimente, ich höre das gerne. Es bestärkt einen halt, und das kann man gut brauchen, gerade wenn man kein praktizierender Künstler ist und besonders unsicher, ob man das machen soll, malen. (Was nicht bedeutet, dass Künstler nicht auch Zuspruch brauchen)!
    Jeder darf und soll ein Bild so sehen, wie sie oder er es sieht! Das finde ich ganz wichtig. Ich habe mich sogar schon mal mit einem Künstler angelegt, der bei einer Führung, die ich machte, meinen Gästen, mit denen ich sprach, seine Interpretation aufzwängen wollte. Also nur soviel: Ich habe das Bild hier ja zur Illustration des Wortes „Verwirrung“ im Text eingefügt. Möglicherweise hat Dir das die Assiziation vorgeprägt? Ich „lese“ das Bild sonst anders. Aber, es ist doch ganz klar sehr spannend, wie Du Verwirrung gewissermaßen als „Grundprinzip“ des Lebens beschreibst. Da kann ich mich dann sehr gut drin finden, das Bild mal selbst wieder daraufhin anzuschauen.

    Das Bild wird von Gästen von mir auch besonders gerne gesehen; es hat einen sehr positiven Impetus, den man anscheinend gleich sieht, währnd meine anderen Bilder eigentlich nicht weniger positv sind, aber sich doch nicht sogleich als solche erschließen.
    Danke, dass Du mich angeregt hast, einfach mal über meine Bilder zu sprechen. Das tue ich sonst wenig, bzw. finde es nicht gut, darüber zu sprechen. Aber, es ist für mich doch gut, da es mich weiter bringt.
    Und, zieh unbedingt mal Tomaten auf. Das ist ein Genuss, von Samen bis eigene Frucht. Wildtomaten kann man letztlich sogar auf Brachflächen tun. Schau mal hier:

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  3. Vielen Dank, lieber Giorgione! Der Film ist interessant, das mit den Wildtomaten auf Brache finde ich ganz besonders faszinierend, das war mir bisher nicht klar. Seufz ja, ich würde ja gerne selber Tomaten kultivieren auch auf dem geschützten Balkon, aber platzmässig geht da wirklich gar nichts mehr. Und der kleine Vorgarten ist leider zu schattig. Mit lieben Grüssen, Arletta

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